Seniorenarbeit steht vor dem Neustart in Heiligenhaus

Ehrenamt : Seniorenarbeit steht vor dem Neustart

Der Abschied von Christel Donalies aus dem besonderen Amt hinterlässt eine Lücke, die bisher nicht geschlossen ist.

„Sie drängen sich nie in den Vordergrund, dort muss man sie erst vorsichtig hinholen.“ Auch so kann ein offizieller Bürgermeister-Termin im Rathaus für den Gast anfangen. So ging es gestern Christel Donalies. Der langjährigen Seniorenbeauftragten der Stadt war ein besonderes Dankeschön für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz zugedacht. Dazu Erinnerungen und Lob für ihre Arbeit, für die sie schon nach kurzer Zeit nur einen bescheidenen Satz übrig hatte: „Nun ist es aber auch gut.“

Dabei hatten die Versammelten wie auch Donalies anderes und mehr im Sinn als eine nostalgische Rückschau auf die Seniorenarbeit in der Stadt, wie sie Donalies über ein Jahrzehnt lang geprägt hat.

Neben dem Bürgermeister war Ulf Kruse gekommen, Chef des Sozialausschusses und für die Verwaltung Doris Ruthmann-Dümpel. Denn offiziell steht man vor einer fordernden und bisher nicht gelösten Aufgabe, wie Kruse sagt: „Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Christel Donalies ist bisher nicht gefunden.“ Es hat zwar nach Becks Worten eine Reihe von Gesprächen gegeben, aber bisher ergebnislos. „Es ist nun einmal so, dass man sich bei den Anfragen immer in einem ähnlichen Personenkreis bewegt, bei denen nämlich, die ohnehin schon viel ehrenamtliche Arbeit schultern“, sagt Beck.

Und Donalies Schilderungen lassen ahnen, dass die Arbeit während und nach den wöchentlichen Beratungsstunden vielfältig und anspruchsvoll sind. „Es ist eben so, dass viele ältere Menschen zum Beispiel mit Formularen oder anderen Verwaltungsangelegenheiten überfordert sind. Viel funktioniert eben nur schriftlich“, berichtet sie. Großen Wert hat sie in ihrer Arbeit aber auch immer auf die Art der Ansprache gelegt: „Viele müssen sich erst von dem Gedanken lösen, dass Anfragen an offizielle Stellen irgendetwas mit Bettelei zu tun haben. Es gab und gibt da durchaus Schwellenängste“, sagt sie. Am Ball bleiben – das war für sei eine Art Geschäftsprinzip. Und das sorgte, zusammen mit bester Vernetzung im Ort, auch dafür, dass ihre Art Seniorenarbeit Maßstäbe setzte. Wie ein neuer Seniorenbeauftragter (oder eine -beauftragte) ihr Amt anpacken, ist ihnen völlig freigestellt, betont Beck.

Bis die besondere ehrenamtliche Position neu besetzt ist, liegt die Seniorenberatung allerdings nicht völlig brach. Für Orientierung sorgt unter anderem der nach etlichen Jahren komplett neu gestaltete und aktualisierte Seniorenwegweiser der Stadt. „Das Heft ist sehr gefragt“, berichtet Ruthmann-Dümpel. Zu haben ist es unter anderem im Bürgerbüro.

Federführend für diese Arbeit ist der Runde Tisch Soziales, der sich pro Jahr ein Großprojekt vornimmt. Für 2018 war es der soeben erschienene Wegweiser.