Ratingen: Seit 70 Jahren pflegen Kleingärtner ihr Hobby

Ratingen : Seit 70 Jahren pflegen Kleingärtner ihr Hobby

Urlaub auf der eigenen Scholle, Spaß an der Natur: Die Kleingärtner haben viel Freude an ihrem Hobby. Die Interessen waren vor über 70 Jahren in den Vereinen Gartenfreunde und Schützenburg bereits organisiert.

Insbesondere musste eine Regelung für die 13 Kleingärtnerfamilien getroffen werden, die mit Genehmigung des Wohnungsamtes in ihren Gartenhäusern wohnten. Längs der S-Bahn entstand eine Ersatzanlage. Stolz konnten die Kleingärtner berichten: "Der sonnige Süden reizt mich nicht, wir verleben unseren Urlaub in unserer Wochenendvilla."

Klaus Mönch (li.), 1. Vorsitzender des Stadtverbandes, im Garten des 2. Vorsitzenden Egon Hassel. Foto: A. Blazy

1964 schloss sich der KGV Homberg - bereits 1923 gegründet - dem Stadtverband an.

Aufgrund der Hyperinflation des Krisenjahres 1923 wurde die Pacht in Naturalien festgelegt. Sie betrug pro Morgen (2.500 m²) einen Sack Weizen.

Rudolf Wiesner (85 Jahre), eines der ältesten Mitglieder, mit dem jüngsten Vereinsmitglied Ann Wißmann (drei Monate). Auf der Rutsche ihr Bruder Max. Foto: Blazy Achim

Mitte der 70er-Jahre trat der KGV Garten-Freunde an der Anger, Ratingens größter Verein, dem Verband bei. 1988 folgte der KGV Dumeklemmer.

1999 teilte sich der Verein Gartenfreunde, der seine Gärten an zwei Standorten hatte, in die beiden Vereine Gartenfreunde und Am Krumbachskothen auf.

Zusammen mit den Vereinen nimmt die Stadt regelmäßig an Landes- und Bundeswettbewerben teil. Ein großer Erfolg: 2007 wurde sie für den Bundeswettbewerb "Unsere Stadt blüht auf - Entente florale" in Mainz in der ZDF-Sendung "Fernsehgarten" mit Gold ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt der neuen Öffentlichkeitsarbeit steht die "Öffnung" der heimischen Kleingartenanlagen, um die Ratinger Bevölkerung an das Kleingartenwesen heranzuführen. Seit 2011 nimmt der Stadtverband an der "Offenen Gartenpforte" teil. Der Stadtverband bewirtet die Gäste kostenlos mit Essen und Getränken; bittet aber um Spenden für das Düsseldorfer Kinderhospiz Regenbogenland.

Eine besondere Ehre möchte der

Stadtverband dem Gründungsvorsitzenden Johannes Rick zu Teil werden lassen. Der Fußweg parallel zur Gartenanlage Am Krumbachskothen, zwischen Philippstraße und Stadionring, soll zukünftig seinen Namen tragen. Als Gründer des Stadtverbands stand er dem Verband fast 20 Jahre vor. Zudem war er Mitgründer der Gartenfreunde und 39 Jahre lang ihr Vorsitzender. Verärgert ist der Verband, weil sich seit Eingabe des Antrages bei der Stadt und den Parteien vor 15 Monaten nichts tut.

Kleingärten und deren Nutzung haben in den vergangenen 70 Jahren einen Wandel durchlebt. Nach dem Krieg und den Hungerjahren stand zunächst die Versorgung mit Obst und Gemüse im Vordergrund. Ab 1970 rückten Erholung und Freizeitnutzung in den Blickpunkt. Wie zur Gründung des Stadtverbandes vor 70 Jahren gehören dem Stadtverband sieben Vereine mit 487 aktiven Mitgliedern an. Heute wird groß gefeiert: ab 14 Uhr, in der Kleingartenanlage Schützenburg,

Formerstraße.

(kle)