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Schweigeminute in Heiligenhaus gestört

Heiligenhaus : Reaktionen auf Störer bei Schweigeminute

Ein Mitglied der WAHL-Fraktion im Rathaus hatte die Schweigeminute kurz vor deren Ende für einige Sekunden per Einsatz eines transportablen Lautsprechers stören können.

(köh) Empörung löst nachträglich die Störung der Schweigeminute für Angehörige von Corona-Opfern und Helfern in der Pandemie aus. Am Montag Abend hatte Nils Jasper, erklärter Impfpflicht-Gegner und Mitglied der WAHL-Fraktion im Rathaus, die Schweigeminute kurz vor deren Ende für einige Sekunden per Einsatz eines transportablen Lautsprechers stören können. Wie berichtet, brachte ihm das spontan „Pfui“-Rufe ein. Polizei und Ordnungsdienst sorgten dafür, dass die Störung kurz blieb.

WAHL-Fraktionschef Stefan Okon kommentierte auf Anfrage so: „Das war kein in dem Sinn politischer Vorfall, dass er die Arbeit von WAHL als Partei oder Fraktion beträfe.“ Dennoch werde das am kommenden Montag in der Fraktionssitzung thematisiert werden.

In anderen Fraktionen des Rates löst die Aktion im Nachhinein Empörung aus. So bei den Bündnisgrünen: „Da die Veranstaltung insbesondere den Betroffenen und Angehörigen von Opfern der Corona-Pandemie eine Gelegenheit zum gemeinsamen stillen Gedenken bieten sollte, macht uns das respektlose, laute Auftreten eines Repräsentanten einer im Rat vertretenen Wählergemeinschaft fassungslos.“ Mit dieser Aktion habe die Querdenken-Bewegung einmal mehr bewiesen, dass es ihnen eben nicht um Meinungsfreiheit gehe, sondern um Einschüchterung der demokratischen Mehrheitsgesellschaft. Man erwarte die klare Distanzierung seitens der WAHL.

Jaspers Versuch, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, verurteilen auch UHB und CDU in einer eigenen, weiteren Mitteilung. Sie distanzieren sich von der „mutwilligen Störung“.