1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Schulzentrum West in Ratingen wartet auf grünes Licht für Erweiterung

Schule in Ratingen : Gesamtschule drängt auf Erweiterung

Die Martin-Luther-King-Schule kommt an ihre Kapazitätsgrenzen. Ein Erweiterungsbau ist beschlossen. Doch bei der Stadt Ratingen bewegt sich nichts, kritisiert die Schule. Die SPD macht mit einem Antrag für den Schulausschuss Druck.

Mit einem Hilferuf wandte sich die Schulleitung der Martin-Luther-King-Gesamtschule an die Ratinger Stadtverwaltung. „Seit dem Jahr 2016 kommuniziert die Schulleitung gegenüber dem Schulträger den eklatanten Platzmangel, der vor allem durch die Inklusion ausgelöst wurde“, so heißt es in dem Schreiben. Einen Planungsentwurf für das Schulzentrum gibt es bereits, die Bezirksregierung hake immer wieder nach, wie weit die Baumaßnahme fortgeschritten sei – nur seitens der Stadt Ratingen passiere rein gar nichts, kritisieren Schulleitung und Lehrerrat.

Tatsächlich bescheinigte eine Erhebung aus dem Jahr 2015 der Martin-Luther-King-Gesamtschule ein Defizit von zwölf Unterrichtsräumen und sechs Förderräumen. Auch die Käthe-Kollwitz-Schule hatte seinerzeit Bedarf an fünf zusätzlichen Klassenräumen. Das Bonhoeffer-Gymnasium schlug vor, zwei sanierungsbedürftige Sporthallen durch eine Dreifachsporthalle zu ersetzen. Handlungsbedarf gab es also genug.

Einige Monate zuvor hatte die Bürger Union die Schule als inklusive Schwerpunktschule vorgeschlagen. Die Schulleitung gibt an, inzwischen 84 Förderschüler bei insgesamt 1150 Schülern zu betreuen. „Außer den für die Inklusion eingeschränkt nutzbaren vier Containerräumen haben wir kein weiteres Raumangebot erhalten“, bemängelt die Schule.

  • Emmie (12) und ihre Klassenkameraden haben
    Weiterführende Schulen in Hilden und Haan : Gesamtschule Haan: Junge Schule mit vielen Angeboten
  • Das Meerbusch-Gymnasium soll auf sechs Züge
    Bildung in Meerbusch : Neue Pläne für Meerbuschs Schullandschaft
  • Am Schulstandort Grollscher Weg sollen die
    BGE scheitert mit Antrag : Gesamtschule: Planungen laufen weiter

Dass im Jahr 2017 die letzte Hauptschule in Ratingen ihre Pforten schloss, löste einen zusätzlichen Schülerstrom aus, die in der Gesamtschule eine Alternative sahen. Die Raumnot der Martin-Luther-King-Schule wirkte sich auch auf die Käthe-Kollwitz-Schule und das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium aus. Direktorin Irene Schulz schlug bereits im Oktober 2015 vor, an einer Ratinger Realschule einen Bildungsgang der Hauptschule einzurichten, um den steigenden Schülerzahlen an der Gesamtschule zu begegnen. Erweiterungspläne für das gesamte Schulzentrum sollten die Not lindern.

Die Politik beschloss im Jahr 2018 die Erweiterung des Standorts und plante dafür 15 bis 16 Millionen Euro ein. Etatberatungen 2019, Mittelbereitstellung 2020 – so die ambitionierte Planung. „Auch wenn die Baumaßnahme mittlerweile ein Dauertagesordnungspunkt auf dem Schulausschuss darstellt, können wir nicht erkennen, dass die Maßnahme tatsächliche, für uns in der pädagogischen Arbeit absolut notwendige Fortschritte erkennen lässt“, lassen Schulleitung und Lehrerrat die Verwaltung jetzt wissen.

Ein wenig Linderung verschaffte der Martin-Luther-King-Schule immerhin der Bau einer neuen Dreifachturnhalle. Aufgesattelt sind drei Klassen- und ein Mehrzweckraum. Doch diese Lösung ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Überarbeitung der Erweiterungspläne für das gesamte Schulzentrum aus Juni 2021 wird von der Gesamtschule sehr begrüßt, dennoch drängt sie auf zügige Umsetzung. Die Martin-Luther-Gesamtschule sei als letzter Bauabschnitt nach dem Bonhoeffer-Gymnasium und der Käthe-Kollwitz-Schule geplant. „Somit spielt der Zeitfaktor eine noch größere Rolle als für die anderen Schulen“, geben die Unterzeichner des Briefes an die Verwaltung zu bedenken.

Die SPD-Fraktion springt der Schule jetzt mit einem Eilantrag für den Schulausschuss am 1. Dezember bei. „In den laufenden Haushaltsplanberatungen zur Verabschiedung des Etats halten wir es für dringend geboten, die Baumaßnahme noch im Jahr 2022 anzuschieben“, heißt es aus der SPD-Fraktion. „Es reicht nicht, Dauertagesordnungspunkte auf die Tagesordnung zu setzen, um dann nicht die notwendigen Entscheidungen zu treffen.“