Ratingen: Schule ohne Wasser und Telefon

Ratingen : Schule ohne Wasser und Telefon

Am Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium gab es zwei Probleme auf einmal. Ab Montag soll alles normal laufen.

Das geht ja gut los, möchte man angesichts einer Verkettung unglücklicher Tatsachen meinen: Das neue Schuljahr ist noch ganz frisch – und schon musste am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium ein Teil des Unterrichts ausfallen. Eine Großmutter wandte sich an die RP: Ihr Enkel, der die zehnte Jahrgangsstufe besuche, habe sozusagen frei, weil es zu einem Wasserrohrbruch gekommen sei.

Die Schule reagierte schnell und vermeldete dies zeitnah auf ihrer Homepage. Die Reparatur der Wasserleitung gestalte sich komplizierter als erwartet. Am Donnerstag sollte ein eigens angefertigtes Ersatzteil eingesetzt werden, so dass begründete Hoffnung bestehe, am kommenden Montag wieder Unterricht nach Plan anbieten zu können.

Bereits am Dienstag hatte man aktuell angekündigt, dass wegen des Wasserrohrbruchs der Unterricht im Hauptgebäude nach der zweiten Stunde ausfallen muss. Die ehemalige Elsa-Brandström-Schule (EBS), Dependance des Gymnasiums, sei nicht betroffen, so dass die Jahrgänge fünf und sechs Unterricht nach Plan hätten. Die Oberstufenklausuren sollten am Mittwoch stattfinden – und die Klassenarbeiten der Stufen sieben bis neun sollten geschrieben werden. Roland Loos, der kommissarische Leiter der Schule und Leiter des Kopernikus-Gymnasiums in Lintorf, betonte, dass es neben dem Rohrbruch noch ein Problem bei der Telefonleitung gegeben habe: So war die Schule zwei Tage lang nicht erreichbar. Für den Donnerstag und Freitag war ohnehin kein Unterricht vorgesehen, da es eine Lehrerfortbildung gibt. „Wir hoffen, dass ab dem kommenden Montag wieder regulärer Unterricht stattfinden kann“, betonte Loos.

Unterdessen schaut man schon in die Zukunft: Geplant ist unter anderem ein dreigeschossiger länglicher Erweiterungsbau, der östlich der bestehenden Schulgebäude entstehen und im ersten Obergeschoss mit einer Verbindungsbrücke an den Ostflügel des Altgebäudes angeschlossen wird. Im Neubau werden zwölf Klassen, zwei Musikräume, ein Hausmeisterraum plus Werkstatt und Lagerraum, zwei Team-Office-Räume, zwei kleinere Besprechungsräume und Büros für die Verwaltung sowie ein Sanitätsraum und WC-Anlagen untergebracht. Die gesamte Nutzungsfläche des Erweiterungsbaus beträgt rund 2530 Quadratmeter. Die Innengestaltung der beiden Obergeschosse nimmt Rücksicht auf neue pädagogische Lernkonzepte, das heißt: Die Flurzonen werden extra breit gehalten und werden als offene Lern-Aufenthaltsflure mit Sitzecken gestaltet.

8,76 Millionen Euro investiert die Stadt Ratingen in diesen Ergänzungsneubau, der – wenn alles nach Plan läuft – noch in diesem Jahr beginnen könnte. Die zweite wichtige Aufgabe neben dem Neubau umfasst die umfangreichen Arbeiten zur Modernisierung der Bestandsgebäude des Innenstadtgymnasiums (altes Geschwister-Scholl- und Theodor-Heuss-Gymnasium). Hierfür sind weitere 18,21 Millionen Euro eingeplant.

Diese große Sanierungsmaßnahme wird sukzessive über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren umgesetzt. Die vom jeweiligen Bauabschnitt betroffenen Klassen müssen dann ausgelagert werden. Die Baubeschlussvorlage zur großen Sanierung kommt jetzt in die politischen Gremien.

Über viele Jahre hat man über die Pläne und Kosten diskutiert: Dass sich an der Schule dringend etwas tun musste, stand dabei aber außer Frage.

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