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Kreis Mettmann: Schulden bar bezahlt

Kreis Mettmann : Schulden bar bezahlt

Die letzten 50 000 Euro, die zur Schuldenfreiheit des Kreises Mettmann noch fehlten, wurden der Kreissparkasse in einer Metallkiste überreicht. Durch den Verkauf der RWE-Aktien erzielte der Kreis 86 Millionen Euro.

Eigentlich ist die Zeit der Weihnachtsüberraschungen ja schon vorbei. Dennoch ließ es sich Landrat Thomas Hendele gestern nicht nehmen, gleich zwei dunkelblau gekleidete Sicherheitsleute zu engagieren, die überraschenderweise genau 50 000 Euro in kleinen Scheinen ins Kreishaus brachten. Symbolisch übergab Hendele die Summe in einer Metallkiste an den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Düsseldorf, Ulrich Rüther.

Nun ist der Kreis Mettmann offiziell schuldenfrei. 86 Millionen Euro erlöste der Kreis aus dem Verkauf von einer Million RWE-Aktien, die zum Durchschnittspreis von 82,16 Euro an der Börse verkauft wurden. Acht Millionen Euro jährlich spart der Kreis, weil keine Zins- und Tilgungsleistungen mehr zu erbringen sind. Profitieren werden auch die Städte des Kreises, weil die Umlage um 1,3 Prozentpunkte gesenkt werden konnte. „Das ist ein historischer Tag“, sagte Landrat Thomas Hendele im Kreishaus. Bis auf die Landeshauptstadt Düsseldorf sei ihm in NRW keine Kommune bekannt, die ebenfalls schuldenfrei ist.

Die Städte profitieren

Aus dem Verkauf der Aktien fließen rund 74,6 Millionen Euro in die vollständige Entschuldung, sprich das Ablösen laufender Kredite. 2,6 Millionen Euro investiert der Kreis in die Erweiterung der Leistungen der Kreisverkehrsgesellschaft (KVGM). Die Kreisverkehrsgesellschaft ist 1999 als Tochter des Kreises gegründet worden. Ziel ist und bleibt es, die Aufwendungen für den Öffentlichen Personen Nahverkehr, die der Kreis an VRR und Bahn bezahlt, mit den Dividendenerträgen der RWE-Aktien zu verrechnen. So ergibt sich für den Kreis ein erheblicher Steuervorteil, den er an die Kommunen weitergibt. In den vergangenen Jahren sind den zehn Städten aufgrund dieses Konstrukts rund 14 Millionen Euro erspart geblieben.

Mit 8,8 Millionen Euro aus dem Verkauf der Aktien wird der Kreis einen Kapitalstock aufbauen, um einen Pensionsfonds für die Beamten des Kreises auszubauen. „In 30 Jahren wird sich die Zahl der Beamten des Kreises im Ruhestand vervierfachen. Nachfolgende Generationen sollen genug Geld haben, diese Pensionen auch zu bezahlen“, sagte Hendele. Durch den Verkauf der Aktien habe man eine Grundlage geschaffen, damit die Politiker der Zukunft sicher wirtschaften könnten. Wäre nun keine Vorsorge getroffen worden, hätte das zu einer spürbaren Erhöhung der Kreisumlage und damit zu einer erheblichen Mehrbelastung der Städte führen können. Forderungen der SPD, mit einem Teil des Kapitals die Kinder- und Jugendarbeit im Kreis weiter auszubauen, erteilte der Kreistag bereits im Vorfeld eine klare Absage.

Der Verkauf der RWE-Aktien sei letztlich eine gemeinschaftliche Entscheidung des Kreistages gewesen.

In den nächsten Jahren werden keine Kredite mehr aufgenommen.

(RP)