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Schützenplatz: Es gibt ein großes Gesumme

Projekt : Lintorfer Schützen eröffnen Bienenhotel

Als Standort wählte man den eingezäunten Bereich neben dem Schießstand am Thunesweg. Bei der Auswahl hat das Team ganz bewusst an die Insekten und Vögel gedacht und heimische Hecken und Pflanzen gewählt, damit Insekten und Vögel auch etwas von der Neugestaltung haben und Nahrung in den neuen Pflanzen finden können.

(mvk) Der Platzmeister der Lintorfer Bruderschaft, Willi Schnitzer (Tamboucorps Reserve),   ist mit Leib und Seele Gärtner, seit über 30 Jahren führt er einen Betrieb für Gartenpflege. Als Mann vom Fach hatte er gemeinsam mit Christian Hesselmann (Jägerkorps), Frank Gröschel und seinem Stellvertreter Klaus Lehmann (beide Stammcorps) Ende des vergangenen Jahres begonnen, den Schützenplatz am Thunesweg gärtnerisch auf Vordermann zu bringen. Hecken wurden beschnitten oder ausgetauscht, abgestorbene Zypressen, Brombeeren und anderes Gestrüpp beseitigt, Unkraut gezupft, neue Erde wurde verteilt, und im Frühjahr wurden neue bunte Blumen gesät.

Bei der Auswahl haben Schnitzer und sein Team ganz bewusst an die Insekten und Vögel gedacht und heimische Hecken und Pflanzen gewählt, damit Insekten und Vögel auch etwas von der Neugestaltung haben und Nahrung in den neuen Pflanzen finden können.

So wachsen jetzt am Thunesweg unter anderem Hainbuch-, Weißdorn und Thujahecken und auf den Blumenbeeten Lavendel, Kornblumen, Raps und andere Blühblumen.

„An das Saatgut zu kommen, war gar nicht so einfach, weil coronabedingt viel mehr Leute im eigenen Garten aktiv wurden und dieses verstärkt nachfragten“, sagte Schnitzer.

Zusätzlich zur insektenfreundlichen Bepflanzung sind die Schützen ins „Hotelgewerbe“ eingestiegen. Schnitzer hat eine Holzwand mit Dach gebaut, um dort mehrere Insektenhotels aufzuhängen.

Als Standort wählte er den eingezäunten Bereich neben dem eigentlichen Schießstand, denn dort ist es zum einen vor Wind und Wetter und zum anderen vor Vandalismus geschützt.

Er hatte im Baumarkt die ersten sieben Bienenhotels gekauft. Gerne möchte er das Hotel noch erweitern und freut sich nun auf Mitstreiter, die das Projekt finanziell unterstützen.

Die bisherigen „Hotelzimmer“ hatte er aus eigener Tasche bezahlt. Die Insekten dankten es ihm, die neuen „Gäste“ ließen nicht lange auf sich warten. Neben Bienen fühlen sich auch Marienkäfer und Schmetterlinge im neuen „Schützenhotel“ wohl, und auch auf den Beeten davor ist das Gesumme groß.

Einige der Schützenkollegen waren anfangs allerdings nicht so begeistert von der Idee eines Bienenhotels, weil sie befürchteten, dass dadurch das Insektenaufkommen am Schießstand wachsen werde. Doch der Gartenpfleger konnte sie beruhigen und versicherte ihnen, dass die Tiere sich viel lieber in den Blumenfeldern und am Hotel tummeln werden – also an Plätzen, die sich nicht unmittelbar am Schießstand selber, sondern etwas abseits neben der Toilettenanlage befinden.