Heiligenhaus: Schüler pflanzen Bäume am eisigen Hang

Heiligenhaus: Schüler pflanzen Bäume am eisigen Hang

Fünftklässler der Gesamtschule setzen eine pfiffige Idee in die Tat um: Spenden sammeln, Bäume kaufen, Klima schützen.

Förster Hannes Johannsen kann notfalls sogar einem Orkanschaden Positives abgewinnen: "Nach einem solchen Ereignis wissen wir, welche Bäume solche Kräfte aushalten - und stehenbleiben." Das erklärt er den Fünftklässlern der Gesamtschule, die sich morgens - sozusagen zur dritten Schulstunde - an einem eisigen Hang an der Kettwiger Straße eingefunden haben. Denn eigentlich sind sie es, die hier die Hauptrolle spielen.

Still ist es am unteren Teil der Kettwiger Straße morgens. Umso mehr wundert es Spaziergänger, wenn rechterhand plötzlich Gewusel in Sicht kommt. Der Hang, so groß wie ein halbes Fußballfeld, ist provisorisch eingezäunt. Spuren dickster Reifenprofile im noch gefrorenen Boden und frische Baumstümpfe verraten auch dem Laien: Hier wird aufgeforstet, zumal unten am Weg ein Kleinlaster der Stadtbetriebe steht, die Ladefläche voller Baum-Setzlinge.

Damit die fachgerecht in den Boden kommen, gibt es Einsteiger-Unterricht von Frank Geppert, Elena Kass und Nick Paulus. Die städtischen Forst-Spezialisten zeigen, wie Weißtannen aus dem Sauerland korrekt eingepflanzt werden. Dazu braucht es erstens etwas Geschick und zweitens eine Hacke.

Frank Geppert, Elena Kass und Nick Paulus (v. l.) zeigten den Schülern, wie Profis Bäume pflanzen. Foto: P. Köhnes
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Und natürlich perfekte Vorbereitung. "In unserem Forderkurs Naturwissenschaften ging es theoretisch um Treibhauseffekt und Klimaschutz - hier werden sozusagen kleine Klimaforscher ausgebildet", sagt Lehrer Jens Bollmann augenzwinkernd. Den Rest erledigten die Schüler zu seiner Freude in Eigenregie: "Wir hatten über CO2-Verminderung gesprochen - und kurz darauf kamen die Schüler an mit dem ersten Spendengeld."

Allen voran gehen Mika Möller und Phil Peltzer. "Erste Spenden auf dem Schulhof brachten 80 Euro", resümiert Spendensammler Phil. Am Ende bringen die Gesamtschüler 320 Euro mit in den Wald - in einer schwarzen Stahlkassette. Dafür gibt es 100 kleine Weißtannen. "Die standen vorige Woche noch im Sauerland auf 600 Meter Höhe - denen macht unser Winter hier gar nichts", erklärt der Förster. Die Pflanzen sind gerade mal zwei Handbreit hoch, jede hat einen faustgroßen Wurzelballen. Das verspricht eine Menge Kleinarbeit am Hang. Phil und Mika haben aber schon weitere Pläne. "Wir wollen, dass weiter Spenden fließen. Deswegen wollen wir künftig im Internet für den Klimaschutz werben und weiter sammeln." Eine Adress-Idee ist schon da: www.teamnaturretter.de.

(RP)