Heiligenhaus: Schüler-Kunst in der Stadtbücherei

Heiligenhaus: Schüler-Kunst in der Stadtbücherei

Einmal im Jahr bietet die Stadtbücherei den Kunstleistungskursen der Gesamtschule ein Forum. Das hat Tradition und zeugt von den hohen Ansprüchen der Kunsterzieher und der fantasievollen Mitarbeit der Jugendlichen. Hier kennt Kreativität kaum Grenzen. Die aktuelle Schau ist auf zwei Ebenen zu sehen und zeigt vier unterschiedliche Techniken. Im Lesecafé stehen Holzplatten mit collageartigen Objekten und kleine Alabaster Skulpturen. In der ersten Etage der Bibliothek hängen ausgefallene Portraits.

Frei nach Hans Holbeins "Totentanz" gestaltete Radierungen fallen dem Besucher ins Auge. Alles beeindruckende Bilderwelten der Jahrgangsstufen 12 und 13.

"Beachtliche Kunstwerke"

"Es ist immer wieder beglückend zu erleben wie Schüler ihre Ideen realisieren, wie beachtliche Kunstwerke entstehen" findet Kunstlehrerin Stefanie Werner. Sie versteht es vorzüglich, ihren Schülern an einem bestimmten Künstler die jeweilige Kunstform näher zu bringen und die Technik selbst ausprobieren zu lassen. So hat bei den farbenprächtigen dreidimensionalen Objekten im Büchereicafé der Amerikaner Robert Rauschenberg, Wegbereiter der Pop-Art, Pate gestanden. "Mein Alltag und ich" hieß das vorgegebene Thema. Die Schüler bekamen eine Holzplatte, mussten ein Portfolio erstellen und alles von der Planungsskizze bis zum fertigen Bild wurde benotet.

Auf der bemalten und farbig grundierten Platte sollten materielle Reste der realen Welt, so wie sie sind, integriert werden. Entstanden sind poppige, individuelle Kunstwerke aus dem Alltagsleben die charakteristisch für den Einzelnen sein dürften. So erzählen auf rot-weiß bemaltem Untergrund passende Utensilien und Zeitungsausschnitte zum Thema "Brand" von der Beziehung zur Feuerwehr. Andere Objekte zeigen Badezimmer, Mode, Frühstück, Werbung, Schminken und vieles mehr in farbreicher Dreidimensionalität. Unter die Haut gehend das Werk "Fahrt in den Tod". Auf schwarz bemaltem Untergrund leuchtet ein breiter, blutroter Streifen, kleine Teile des Autowracks sind integriert und Berichte über Verkehrsunfälle.

Den Rausch von Farben unterbrechen kunstvoll geschliffene und behauene Alabaster- Skulpturen, abstrakte Formen in Torsen, liegende, laufende und stehende Figuren. Beeindruckend auch die Vielfalt der Portraits im ersten Stock, einige nur schemenhaft einfarbig umrissen, andere in schwarz-weiß oder in expressiver Farbigkeit. Gekonnte Radierungen nach dem "Totentanz" von Holbein spiegeln die Gewalt des Todes über das Menschenleben in allegorischen Gruppen, in denen die bildliche Darstellung von Tanz und Tod gleichzeitig zu finden ist.

(RP)