Schon jetzt mehr Briefwähler als 2014 in Heiligenhaus

Heiligenhaus : Schon jetzt mehr Briefwähler als 2014

Das Briefwahlbüro ist die Domäne der städtischen Auszubildenden. Die Wahlbeteiligung liegt schon bei 10,6 Prozent.

Die Vorbereitungen laufen: Am Sonntag, 26. Mai, ist Europawahl. Seit dem 29. April ist dafür der kleine Sitzungssaal im Heiligenhauser Rathaus-Neubau wieder einmal zum Briefwahlbüro umfunktioniert worden und liegt nun vor allem in den Händen der Auszubildenden.

Die haben im vergangenen Jahr bei Bundestags- und Bürgermeisterwahl schon Erfahrungen gesammelt. Gemeinsam mit einer erfahrenen Mitarbeiterin kümmern sich die insgesamt acht Nachwuchskräfte darum, dass die Wähler, die am Wahltag verhindert sind, trotzdem ihre Stimme abgeben können. Besondere Gründe für die Briefwahl müssen nicht angegeben werden; die Mitarbeiter im Briefwahlbüro kennen trotzdem einige: „Weil die Wähler in den Urlaub fahren zum Beispiel, mit der Familie andere Pläne haben oder einen entspannten Sonntag haben wollen“, weiß Auszubildende Lena Becker. Auch Kerstin Ringel, Chefin des Ordnungsamtes ist Briefwählerin: „Ich bin in einer anderen Stadt wahlberechtigt und komme einfach nicht dazu, zu wählen, denn ich werde den Sonntag komplett in Heiligenhaus verbringen.“

Insgesamt sind zu dieser Wahl 19.090 Heiligenhauser ab 18 Jahren wahlberechtigt: Wer von ihnen Briefwahl beantragen möchte, der kann über die Webseite der Stadt auch online einen Wahlschein beantragen, im Briefwahlbüro kann er direkt wählen oder sich die Unterlagen von dort nach Hause schicken lassen. Mit einer Vollmacht darf auch eine andere Person die Wahlunterlagen abholen. „Wichtig ist, dass die Wahlbenachrichtigung unterschrieben ist“, betont Becker.

Bisher nutzen vor allem ältere Menschen das Angebot. „Für die Berufstätigen hat das Briefwahlbüro donnerstags bis 18 Uhr geöffnet.“ Wer hier persönlich erscheint, der muss außerdem den Personalausweis griffbereit haben. Ausgehändigt oder geschickt bekommt man dann den 94 Zentimeter langen Stimmzettel, der statt in die Wahlurne in den beigelegten blauen Briefumschlag, den Wahlumschlag, kommt. „Der wiederum wird in den roten Wahlbrief gelegt“, sagen die Auszubildenden. „Das müssen wir immer mal wieder erklären“, sagt Auszubildende Maike Bornemann.

Danach landen die Wahlzettel in den Kisten, die nach Wahlbezirk sortiert sind. „Das sind jetzt noch wirklich wenige“, weiß Kerstin Ringel, die schon so einige Wahlen in der Heiligenhauser Stadtverwaltung mitgemacht hat. „Wir liegen aktuell schon bei 10,6 Prozent Beteiligung bei der Briefwahl. Das sind schon jetzt – noch deutlich vor dem Wahltag – mehr als bei der Europawahl 2014, bei der insgesamt sieben Prozent per Brief gewählt haben.“ Da lag die gesamte Wahlbeteiligung  der Europawahl bei 55,5 Prozent.

Der Wahltag selbst wird dann ab 7.30 Uhr starten. Auch die bereits abgegeben Briefwahlstimmen dürfen erst ab 18 Uhr ausgezählt werden. Insgesamt werden am Wahlsonntag etwa 170 Wahlhelfer vor Ort sein, ein Teil von ihnen städtische Mitarbeiter. Ringel: „Wer noch Interesse hat, uns als Wahlhelfer zu unterstützen darf sich gerne noch melden.“

Weitere Informationen auf www.heiligenhaus.de/wahlen/antrag-auf-briefwahl.html

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