Musik : Claudia Jung singt in der Heimatstadt

Vor 25 Jahren war die Schlagersängerin zuletzt in Ratingen.  

Da saß sie nun auf der Bühne des Stadttheaters und plauderte mächtig drauf los: Für Claudia Jung, die mit bürgerlichem Namen Ute Krummenast heißt, ist die Rückkehr in ihre Heimatstadt etwas ganz Besonderes. Vor 25 Jahren sei sie zuletzt in Ratingen aufgetreten, erklärte sie im RP-Gespräch, damals mit Band.

Die 54-Jährige erzählte von ihren Anfängen als Künstlerin, „von Karriere konnte man da ja noch nicht wirklich sprechen“. Auf dem Schützenplatz habe sie gesungen, betonte die ehemalige Liebfrauenschülerin, die auch das damalige Theodor-Heuss-Gymnasium besucht hat. Es gebe viele Erinnerungen an diese längst vergangene Zeit, immer schon sei der Schlager ihr Ding gewesen. Und Musik von den Beatles und Abba habe sie gehört.

Mittlerweile ist sie seit 33 Jahren im Schlagergeschäft und hat im Sommer ihr 30. Album herausgebracht, das ihr die bisher beste Chart-Platzierung ihrer Karriere beschert hat.

Claudia Jung freut sich auf das Konzert am 3. Mai ab 20 Uhr im Stadttheater. Begleitet wird sie von ihrer sechsköpfigen Band. Und dies hat Seltenheitswert, denn die Gesetze der Branche lassen eine Tournee in großen Hallen nicht zu. „Diese Hallen könnten wir nicht füllen“, gab sie unumwunden zu. Deshalb gebe es im Jahr auch nur drei oder vier Auftritte mit Band – und einer davon wird in Ratingen stattfinden. Sehr zur Freude der Familie und der Freunde. „Meine Eltern wohnen noch in Ratingen“, erzählte die Musikerin, die als Politikerin einst im Bayerischen Landtag vertreten war.

In Bayern ist sie mittlerweile zuhause. Ihr Ehemann Hans Singer ist Musikproduzent und Toningenieur. Der Schlager hat immer schon ihr Leben bestimmt, und so wird sie in Ratingen ein buntes Potpourri aus all den Karriere-Jahrzehnten singen.

Lampenfieber? Klar, das hat sie immer noch, „doch es gelingt mir immer wieder, das zu überspielen“. Nach drei Minuten auf der Bühne sei dann mit der Aufgeregtheit aber Schluss, erklärte die Sängerin. „Bei diesem Auftritt in Ratingen wird das Lampenfieber aber besonders heftig ausfallen, denn ich weiß ja, dass mich Familie und Freunde beobachten werden.“

330 Karten seien bereits verkauft worden, berichtete Andrea Töpfer, Leiterin des Kulturamtes. Sie überreichte der Künstlerin fürs Kommen ein Präsent, bestehend aus fair gehandeltem Kaffee (Ratingen ist Fairtrade-Stadt) und einem Wissensquiz über Jungs Heimatstadt.

„Wir freuen uns sehr, dass Claudia Jung ein Konzert in Ratingen gibt“, unterstrich Töpfer, die erzählte, dass Frank Stamm aus dem Kulturamt die Idee zu diesem Auftritt hatte.

Jung ist dankbar, dass sie sich in der Schlagerbranche über all die Jahre behauptet hat. Sehr natürlich und unaufgeregt erzählte sie aus ihrem Leben, das von einem prall gefüllten Terminkalender geprägt wird. Alle zwei Jahre gibt sie eine CD heraus, ein kürzeres Intervall ist angesichts der Terminlage nicht drin. Sie selbst sieht sich als Perfektionistin bei der Produktion der eigenen Musik.

Was sie nach dem Konzert machen wird, steht auch schon fest: Sie wird zusammen mit ihrer Band noch an der Hotelbar sitzen, „denn nach einem Konzert kann man nicht direkt ins Bett gehen, da ist man noch zu aufgedreht“.

Nach einer Dreiviertelstunde ist das Gespräch auf der Bühne des Stadttheaters beendet: Am 3. Mai 2019 wird sie wieder dort sein, umgeben von ihren Fans, Freunden und Familie. Und vielleicht werden diesem Heimspiel noch weitere folgen.