Heiligenhaus: Sanierung der Polizeiwache wird teuer

Heiligenhaus: Sanierung der Polizeiwache wird teuer

Die alte Villa Kiekert muss für eine halbe Million Euro instandgesetzt werden. Vermieter ist die Stadt.

Die Heiligenhauser Polizeiwache hat mindestens zwei Alleinstellungsmerkmale. Sie ist erstens bekannt als "Villa Kiekert" (genannt nach ihrem ersten Besitzer) und zweitens geradezu sagenumwoben. Wobei mit der Sage eigentlich seit vielen Jahren aufgeräumt ist.

Sie ging so: Aus unerfindlichen Gründen hatte 1944 ein unbekannter Auftraggeber mitten in der Stadt, westlich der Kettwiger Straße, ein Stollensystem in den Untergrund graben und sprengen lassen. Als Kiekert aus der Innenstadt wegzog und man daran ging, das Areal völlig neu zu planen, hatte man mit dem fußballplatz-großen Stollensystem in 20 Metern Tiefe ein Problem. Gelöst wurde es höchst rustikal durch Verfüllen mit 8500 Kubikmetern Beton - eine der wohl größten Plomben aller Zeiten.

Bei einem allerletzten Rundgang 2007 erklärten Fachleute den staunenden Besuchern nebenbei noch: Einen Geheimgang zwischen Stollen und Villa Kiekert habe es nie gegeben.

Zumindest darum also müssen sich Immobilienexperten der Stadt in der nächsten Zeit nicht kümmern. Wohl aber um die real existierende Bausubstanz der Villa Kiekert. Seit Ende vergangenen Jahres liegen beim städtischen Immobilienservice die dringenden Wünsche der Kreispolizei auf dem Tisch. Es geht um eine Sanierung.

Aktueller Stand: "Die Polizei als Mieter und die Stadt als Vermieter sind nach wie vor im Gespräch", heißt es auf Anfrage in der Polizeipressestelle. Details werden nicht genannt, weder zu Stand und Ausführung der Arbeiten noch zur Zukunft der Wache in der Villa generell.

Es gibt allerdings eine Rats-Beschlusslage zum Thema. Der offizielle Titel: "Investitions- und Ertüchtigungsmaßnahmen für die Polizeiwache in Heiligenhaus, Hauptstraße 294". Im Detail nachgelesen, präsentiert sich die Wache den dort Diensttuenden derzeit alles andere als sagenhaft. Die Ausgangslage: Vertreter der Polizei äußerten den Wunsch, die Wache zu halten. Dann wird die Ratsdrucksache unmissverständlich: "Dieser Wunsch wurde mit der Bitte verknüpft, den Zustand des Gebäudes an die heutigen Anforderungen moderner Gebäude anzupassen". Dazu wird eine "wesentliche, zukunftsorientierte Umgestaltung des Hauses" vorgeschlagen. Weiter heißt es: "Um das Gebäude attraktiv und vermietbar zu machen, müssen Verbesserungen durchgeführt werden, die eine erweiterte Nutzungsmöglichkeit erlauben und mit einem Anstieg des Mietzinses vereinbar sind. Das Gebäude ist derzeit mit einem einfachen Standard bezüglich der Ausstattungsmerkmale wie Heizungs-, Sanitär- und, Elektroinstallation sowie der Fenster ausgestattet. Der sommerliche Wärmeschutz im Dach ist ebenfalls nicht gewährleistet und muss errichtet werden."

Das alles hat seinen Preis: 500.000 Euro wären fällig. Darin enthalten sind sämtliche Bauarbeiten inklusive 80.000 Euro Planerhonorare.

Der Rat tat zunächst einen kleinen Schritt: Auf Empfehlung des Hauptausschusses stehen nun für dieses Jahr 50.000 Euro Planungsgeld zur Verfügung. Ans Werk gehen will man dann in 2019.

(RP)