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Ratingen: Rotstift bedroht Radstation

Ratingen : Rotstift bedroht Radstation

Dem Sparkurs der Arbeitsagentur sollen drei Stellen in der SkF-Fahrradstation am Bahnhof Ost zum Opfer fallen. Jetzt fehlen 33 500 Euro. Stadt soll in diesem Jahr noch helfen. Suche nach neuen Einnahmequellen.

Durch die Kürzungen der Bundesanstalt für Arbeit bei der Beschäftigungsförderung ist die Radstation des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in ihrer Existenz bedroht: Die Förderung für drei Stellen läuft in diesem Jahr aus — ohne Aussicht auf Ersatz. Um zumindest dieses Jahr zu überstehen, hat der SkF bei der Stadt einen Zuschuss über 33 500 Euro beantragt. Beim SkF will man dieses Jahr aber auch nutzen, um die Finanzierung der Radstation auf neue Beine zu stellen.

In der soeben erst von der Stadt neu errichteten Radstation des SkF arbeiten zurzeit sechs Personen: ein fest angestellter Zweiradmechanikermeister, drei Langzeitarbeitslose, die bislang von der ARGE nach dem "16e-Gesetz" (§16e Sozialgesetzbuch) gefördert werden, zwei Ein-Euro-Jobber sowie stundenweise eine Sozialpädagogin und der SkF-Abteilungsleiter. Die Förderung der 16e-Stellen läuft im März, September und Oktober aus.

Die Reduzierung von Stellen bedeutet nach Angaben der Stadt die existenzielle Gefährdung der Radstation. Die Kernfunktionen Parken, Vermietung und Service sind sogar zwingend vorgeschrieben, weil erst ein Qualitätstestat des ADFC die Landesförderung in Höhe von rund 290 000 Euro für den 739 000 Euro teuren Bau ermöglicht hatte. Die Zweckbindung der Förderung beträgt zehn Jahre.

Die Einnahmen der Radstation werden auf etwa 100 000 Euro jährlich beziffert: Weniger Personal bedeuten aber auch entsprechend weniger Einnahmen. In einem Brandbrief an die Stadt hatte SkF-Geschäftsführerin Marie-Therese Wirtz-Doerr Anfang Februar auf die prekäre Situation hingewiesen: Es sei bislang nicht gelungen, alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Man werde aber "weitere Anstrengungen unternehmen, alternative Modelle zur Finanzierung der Radstation zu suchen".

Ein Ausweg könnte die neue Gesellschaft sein, die der SkF zum Jahresbeginn gegründet hat: In der "SkF Arbeit und Integration Ratingen GmbH" werden alle Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte wie Rock und Rolli, BOJE und Waschbrett gebündelt. Diese Gesellschaft versucht derzeit, die Radstation in eine Integrationseinrichtung umzuwandeln: Dann könnten auch schwerbehinderte Menschen beschäftigt werden — was neue Förderquellen erschließen würde.

Sehr konkret sind die Planungen, zusammen mit dem Stadtmarketing Räder zu kaufen und auch über Hotels zu vermieten.

Mit dem Fahrradbeauftragten der Stadt werde, so die Verwaltung, überlegt, mit der Verleihfirma Metropolradruhr eine Kooperation einzugehen: Räder können überall im Stadtgebiet gemietet und auch wieder dezentral abgestellt werden. Informationen: www.metropolradruhr.de.

(RP)