Rheinlandtaler für Heimatpfleger Michael Lumer

Auszeichnung : Rheinlandtaler für einen Heimatpfleger

Michael Lumer ist seit vielen Jahren Vorsitzender des Ratinger Heimatvereins. Für sein Engagement ist er jetzt ausgezeichnet worden.

Was macht ein junger Mann,  dessen Vater 33 Jahre in Lintorf über Jahrzehnte der Schütze schlechthin war, der erst als Lehrer wirkte, dann als Schulleiter, ohne den im Brauchtum eigentlich nichts lief? Michael Lumer machte nicht auf Protest, er ging einfach und ohne große Wellen seinen Weg und ist schon seit langem ein ebenso hoch anerkannter Mann mit beachtlichem Wissen um seine Heimat. Und: Man sollte ihn einmal betrachten, wenn er erzählt, wie aus eher lockerem Gestein der so genannte schwarze Ratinger „Marmor“ wird, wie er historische Schriften protegiert, Schützen schätzt, ohne bei ihnen Mitglied zu sein.

Michael Lumer hat sich trotz einer mächtigen Vaterfigur mit beachtlicher Haltung einen verdienstvollen Platz in der heimatlichen Geschichte verschafft, die in dieser Woche mit der Verleihung des Rheinlandtalers gewürdigt wurde. Er ist seit Jahren Vorsitzender des Ratinger Vereins für Heimatkunde und Heimatpflege, ist Studiendirektor am Duisburger Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg, pusht historische Bücher und mischt überall da in geschichtlichen Zusammenhängen mit, wo die Historie auch den  Menschen zu Einsichten hilft, die keine Wissenschafts-Freaks sind. Bei der Feierstunde rund um den Rheinlandtaler meinte dann auch Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, am Wasserrad der Hohen Fabrik in Cromford „Wir sind hier an einem der vielen Orte, für die Sie sich auf so bewundernswerte Weise engagieren. Ein Engagement, für das wir uns jetzt ganz herzlich bei Ihnen bedanken möchten. Lieber Herr Lumer, Sie sind seit vielen Jahren einer der wichtigsten Protagonisten der Ratinger Heimatpflege und Geschichte. Sie kümmern sich intensiv um die Geschichte Ihrer Heimat, nämlich um die von Lintorf wie auch von Ratingen – dieser feine Unterschied sei hier erlaubt. Denn man muss wissen, dass Lintorf bis zur Gebietsreform selbstständig war und die Lintorfer sich bis heute als solche und erst in zweiter Linie als Ratinger fühlen. Mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement erfüllen Sie geradezu idealtypisch die Voraussetzungen, um mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet zu werden.“

Lumer wurde zwar 1954 im Ratinger Krankenhaus geboren, lebte aber die ersten 33 Jahre seines Lebens in Lintorf inmitten vielfältiger familiärer Verflechtungen. Er mischte in  der kirchlichen Jugendarbeit mit, war bei den Pfadfindern, gehörte eigentlich auch schon zum öffentlichen Leben in Lintorf.

Aber Lehrer wurde er erst viel später. Zunächst war es der Metallbau, den er studierte und dessen Studium er erfolgreich abschloss. Erst danach ging es um die höheren Weihen – um Metallbau in der Schule für Schüler, vornehmlich denen im dualen System, denen er noch in der Zeit vor dem großen Wandel im Ruhrgebiet die entsprechenden Fertigkeiten erschloss. Und wie kommt er mit den Schülern aus? „Ich glaube, dass der Kontakt und der Umgang miteinander immer sehr gut waren,“ sagt Lumer auf eine liebenswürdig bescheidene Art.

Er ist keiner von denen, die mit Getöse auf den Tisch hauen, ist eher einer von den leisen Zeitgenossen, die gut zuhören, richtig gut Bescheid wissen, auch andere am Leben lassen und sehr erfolgreich ihre unterschiedlichen Wissensbereiche miteinander verknüpfen. So auch in der Schule, wo er seinen Schülern die wirtschaftlichen Veränderungen gleich mit den daraus resultierenden politischen Konsequenzen klar macht.

 Nicht in Lintorf zu bleiben, nicht bei den Schützen Mitglied zu sein, nach einem guten Lebensdrittel doch noch nach Ratingen überzuwechseln und dann hier als die Heimat pflegender Immi zu wirken: Den Dreh muss man erst mal raushaben.

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