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Ratingen: Retter sind schon umgezogen

Ratingen : Retter sind schon umgezogen

Als erste Abteilung startete gestern die Rettungswache zu ihren ersten Einsätzen von der neuen Wache am Voisweg. Notarzt soll künftig ständig dort stationiert sein. Heute ist der große Umzugstag – die gesamte Truppe packt an.

Wenn in der Feuerwache der Alarm ertönt und in den Taschen die Pieper aufgeregt krächzen, lassen sich die Wehrleute davon nicht aus der Ruhe bringen. Normalerweise. Zurzeit ist das etwas anders. "Das können wir jetzt nicht gebrauchen", stöhnte ein Feuerwehrmann, als gestern der Gong dröhnte und er den Umzugskarton abstellte, um zu lauschen, ob der Einsatz für ihn ist. War er nicht. Der Umzug der ersten Abteilung, der Rettungswache, konnte weiter gehen. Wenig später präsentierte am neuen Standort Wehrchef René Schubert stolz die erste funktionstüchtige Einheit: Die Crews von Rettungswagen und Notarzt hatten mittags schon drei Einsätze von der neuen Wache aus geleistet.

Noch herrschte so etwas wie Lagertimmung: Während die Putzkolonnen die Fahrzeughallen schrubbten, wartete Notärztin Simone Laporte draußen mit den Kollegen von der Wehr auf den nächsten Einsatz. Auch das ist neu: Künftig soll der Notarzt ständig auf der Feuerwache stationiert werden. Bislang musst der Doc immer erst vom St. Marienkrankenhaus abgeholt werden.

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Die nagelneue Wache glich gestern noch einer Großbaustelle: keine Ecke, in der nicht noch geschraubt, gehämmert oder gebohrt wurde. Auch das Pflaster zwischen den 38 Hallen wurde noch geebnet. Das Reinigungsfahrzeug war dem Rüttler immer dicht auf den Fersen. Und die Führungstruppe, allesamt mit Funkgeräten ausgestattet, mittendrin. Schließlich geht für die Wehr das normale "Geschäft" weiter. Seit gestern ist die gesamte Truppe, ob Berufswehr oder "Freiwillige" fast pausenlos im Einsatz. Das Schichtende um 8 Uhr war gestern für die Wachabteilung nur der Pausengong: Beim Umzug wird jede Hand gebraucht.

Joachim Herbrandt, der den Umzug leitet, braucht sich über mangelnde Abwechslung derzeit nicht zu beklagen. So ein Projekt steckt naturgemäß voller Überraschungen. Die halten ihn auf Trab. Am Donnerstag beispielsweise fiel auf, dass die hochmoderne Schließanlage noch gar nicht vollständig war. Zumachen ging, aufschließen aber nicht. Die Riegelfirma musste mit einem Sondereinsatzkommando anrücken und alles richten. Nun öffnen sich für die Wehrleute die Türen auf Chip-Kommando.

Heute ist der große Tag: Die gesamte Truppe ist auf den Beinen, um nun auch mit der Feuerwache und dem gesamten Rest umzuziehen. Zehn Lastwagen werden zwischen den beiden Standorten pendeln. Sicherheitshalber werden auch die Standorte Tiefenbroich und Lintorf ständig besetzt sein.

(RP)