Ratingen : Reinigungskolonne macht sauberen Job

Ratingen : Reinigungskolonne macht sauberen Job

Ein kleines Team reinigt an Stellen, für die die Stadt nicht zuständig ist – zum Beispiel an Landstraßen. Zwei Mitarbeiter sind im Einsatz.

Entschlossenheit, Kreativität und Nachhaltigkeit: Diese Komponenten sind im Kampf gegen die Vermüllung in der Stadt unverzichtbar. Kaum etwas ärgert Bürger mehr als Abfall in der Landschaft. Zwar sind die Reinigungskräfte vom Amt Kommunale Dienste bei Wind und Wetter von frühmorgens an im Einsatz, um Ratingen sauber zu halten, dennoch gibt es immer wieder Ecken, in denen achtlos weggeworfener Müll länger liegen bleibt.

Das sind häufig Stellen, für die die Stadt nicht zuständig ist. Doch im vergangenen Frühjahr hat eine zusätzliche städtische Reinigungskolonne ihren Dienst aufgenommen, die sich genau um solche Orte kümmert.

Parkplätze, Gehwege oder Böschungen im Außenbereich – diese Orte unterliegen in der Regel nicht der städtischen Straßenreinigung. Sie können von den Baulastträgern aber nicht in der notwendigen Intensität berücksichtigt werden – möglicherweise ein Fall für die Stadt. Bürgermeister Klaus Pesch und Umweltdezernent Martin Gentzsch beschlossen daher, einen unkonventionellen Weg zu gehen: Sie schlugen der Projektgruppe „Sauberes Ratingen“ und dem Rat der Stadt vor, eine zusätzliche Reinigungskolonne in Form eines Sonderprojektes einzurichten.

Der Rat stimmte zu, und so sind Nicole Jürgens und Robert Creutz täglich im Einsatz, um dort aufzuräumen, wo häufig Abfälle wie Verpackungen und Ähnliches achtlos in die Landschaft geworfen werden. Nach einer festen Tour, die sich etwa alle zwei Wochen wiederholt, fahren sie solche Brennpunkte an, von denen bekannt ist, dass es häufiger Probleme gibt. Gentzsch betonte im  RP-Gespräch, dass man mit dem Projekt sehr zufrieden sei und möglicherweise noch eine dritte Kraft beschäftigen werde.  

Der neuen Kolonne sind auch Grenzen gesetzt. So können nur öffentliche Flächen im Zuge dieser Touren gereinigt werden. Häufig werden dem Amt Kommunale Dienste vermüllte Brachflächen gemeldet, die sich in Privatbesitz befinden. In diesen Fällen sind die Möglichkeiten der Stadt meist begrenzt. Außerdem müssen natürlich die Bestimmungen des Arbeitsschutzes befolgt werden. Diese können zum Beispiel dazu führen, dass bestimmte Flächen im Bereich viel befahrener Straßen von der Kolonne nicht betreten werden dürfen.

Wie wichtig das Thema ist, bewies zum Beispiel der sogenannte „Schüler-Dreck-weg-Tag“. 13 Schulen mit insgesamt 1540 Kindern und Jugendlichen nahmen teil (die RP berichtete). Die jungen Müllsammler hatten sich ihre Schulhöfe samt Umgebung vorgenommen und fleißig Unrat aufgelesen. So starteten rund 300 Helfer, ausgerüstet mit Handschuhen, Greifern und Müllsäcken, in Ratingen Mitte, Süd, Ost, West, Tiefenbroich, Lintorf, Breitscheid und Hösel, um von Grünstreifen, Straßenrändern und Plätzen den Müll einzusammeln. Die vor allem mit Flaschen, Kaffeebechern, Verpackungspapier und Zigarettenresten gefüllten Mülltüten sowie einige Autoreifen und auch alte Fahrräder standen dann an den vereinbarten 48 Sammelplätzen zum Abholen für die beiden städtischen Müllfahrzeuge bereit. Insgesamt sammelte man 5,3 Tonnen.

Die Fraktion der Bürger Union (BU) machte unterdessen Druck beim Thema Müllvergehen. Die Verwaltung sollte beauftragt werden, sich bei zukünftigen Verstößen an den vom Land NRW aufgeführten Höchstbußgeldern zuzüglich einer eventuell zu erhebenden Aufwandspauschale für die fachgerechte Entsorgung des illegal entsorgten Abfalls zu orientieren. Dazu wird nach RP-Informationen bald eine Vorlage erwartet.