Kreis Mettmann: Regionalplan bietet Wirtschaft Chancen

Kreis Mettmann : Regionalplan bietet Wirtschaft Chancen

Im April ist er Düsseldorf in Kraft getreten. Die ausgewiesenen Gewerbeflächen ermöglichen Expansion.

Die Nachricht an sich klingt - insbesondere für politische Laien - eher unscheinbar. Seit dem 13. April ist der Regionalplan Düsseldorf (RPD) in Kraft (RP berichtete). "Mit der entsprechenden Bekanntmachung im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes löst der RPD für den Planungsraum Düsseldorf den alten Gebietsentwicklungsplan von 1999 (GEP99) ab", heißt es in der entsprechenden Information der Bezirksregierung.

Doch diese etwas nüchterne Mitteilung hat durchaus Tragweite für die Region. Denn der RPD legt auf mehrere Jahre fest, welche Flächen für Siedlungsbau, Gewerbe, Verkehrsinfrastruktur oder Natur- und Landschaftsschutz vorgesehen sind. Der Kreis Mettmann hatte schon sehr früh im Entwicklungsprozess eine durch alle Kommunen getragene Eingabe an die Bezirksregierung gemacht, musste dann aber noch auf andere Regionen "warten". Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf war seinerzeit in diesen Prozess involviert. "Gemeinsam mit dem Kreis Mettman haben wir 2012 ein Gewerbe- und Industrieflächenkonzept in Auftrag gegeben, das dann Grundlage für die Eingabe in den RPD war", sagt Marcus Stimler, IHK-Referent für Handel, Dienstleistungen, Regionalwirtschaft und Verkehr.

Im Kern war das eine Bestands- und Bedarfsanalyse, woraus ein Prognosemodell für die nächsten 15 bis 20 Jahre erstellt wurde - von denen die ersten fünf inzwischen wieder verstrichen sind. "Insgesamt wurde damals für Heiligenhaus, Wülfrath, Velbert und Mettmann ein Gewerbe- und Industriebedarf von rund 100 Hektar für die nächsten 20 Jahre prognostiziert." Im Wesentlichen ist der RPD diesem Bedarf auch nachgekommen. Allerdings gibt Stimler dabei zu bedenken: "Es wurde zwar geprüft, ob die ausgewiesenen Flächen ökonomisch und ökologisch nutzbar sind. Das sagt aber noch nichts über die jeweiligen Eigentumsrechte aus, die für Kommunen zum Teil problematisch werden und zu Verzögerungen in der Umsetzung führen könnten." Darum sei wichtig, dass auch ein Regionalplan nicht in Stein gemeißelt sei, sondern auch hierzu noch Änderungen oder Anpassungen möglich sind. "Für diese Fälle sollten die Kommunen schon jetzt sogenannte Suchräume definieren, die als Ersatz für nicht realisierbare Flächen dienen könnten." Unabhängig davon sei es jetzt Aufgabe der Kommunen, die gefundenen Flächen optimal zu nutzen: Welche Anteile werden für Infrastrukturen benötigt, wo liegen Ausgleichsflächen und was steht unter dem Strich tatsächlich für die rein gewerbliche Nutzung zur Verfügung? "Wir sprechen hier von Brutto- und Nettonutzung. Es wäre gut, wenn überall dort, wo es möglich ist, Ausgleichsflächen in angrenzendes Gelände gelegt werden könnten."

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Ewald Vielhaus, Ratinger CDU-Mitglied und für den Kreis Mettmann im Regionalrat, begrüßt die Inkraftsetzung. "Auch Ratingen bekommt neue Gewerbegebiete, was sich positiv auf die Wirtschaft auswirken wird. Durch die neuen Möglichkeiten der Wohnbebauung werden Mintard und Breitscheid zusammen wachsen." Dass der Blaue See mit erhöhtem Naturschutz eingetragen ist, wirke sich auf die aktuellen Planungen nicht aus. Die hätten diese Entwicklung bereits berücksichtigt.

Unabhängig von den ausgewiesenen Flächen rät Stimler den Kommunen dazu, nicht genutzte Betriebserweiterungsflächen zu eruieren. "In der Summe dieser Flächen steckt Potenzial."

(stemu)
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