Kreis Mettmann: Rauchmelder können Leben retten

Kreis Mettmann: Rauchmelder können Leben retten

Die Johanniter Unfallhilfe weist auf den Aktionstag am Freitag, 13. April, hin. Alarmauslösung auch via Hausnotnotruf.

Rauchwarnmelder sind in Nordrhein-Westfalen seit fünf Jahren in um- und neu gebauten Häusern und seit über einem Jahr auch in Bestandsbauten Pflicht. Daran erinnern die Johanniter anlässlich des Tages des Rauchwarnmelders am Freitag, 13. April. Doppelte Sicherheit bieten Rauchwarnmelder, die mit Hausnotrufgeräten und darüber mit der Notrufzentrale vernetzt sind, erklärt Klaus Domhan, Leiter Soziale Dienste der Johanniter im Kreis Mettmann.

"Während bei einem Brand ein Rauchwarnmelder lediglich die Bewohner durch ein Alarmsignal warnt, wird bei Kombination mit einem Hausnotrufgerät auch die Notrufzentrale der Johanniter alarmiert. Diese kann sofort Hilfsmaßnahmen einleiten." Auch bei Abwesenheit der Bewohner kann so schnell die Feuerwehr alarmiert werden. Rauchwarnmelder müssen regelmäßig gewartet werden. Bei Kombination von Rauchwarnmelder und Hausnotruf übernehmen die Anbieter die Wartung der Melder, denn einige Hausnotruf-Kundenberater wurden als geprüfte Fachkräfte für Rauchwarnmelder ausgebildet. So sind die Johanniter qualifizierte Ansprechpartner für beide Geräte.

Immer noch kommen jährlich rund 350 Menschen in Deutschland bei Bränden ums Leben. In Nordrhein-Westfalen gilt bereits seit dem 1. April 2013 in Fluren, Schlafräumen und Kinderzimmern in Um- und Neubauten die Rauchwarnmelder-Pflicht. Seit Anfang 2017 gilt sie auch für Bestandsbauten. Mehrfach schon konnte die Feuerwehr vermelden, dass Rauchmelderalarm schwere Personenschäden verhinderte.

Der Hausnotrufdienst wird mit einem monatlichen Kostenbeitrag abgegolten, den in vielen Fällen die Pflegekasse übernimmt. Der Rauchwarnmelder kann dazu gemietet werden. In Hilden gibt es vier Anbieter: Malteser, Johanniter Unfallhilfe, Rotes Kreuz (DRK) und ZTE weCare mit ähnlichen Leistungen.

Die Notrufzentrale der Johanniter hat ihren Sitz in Breitscheid. Es gibt für Ratingen und Heiligenhaus weitere Anbieter für 24-Stunden-Dienst via Funkfinger und Hausnotruf, wie zum Beispiel der Pflegedienst Lange aus Velbert, die Malteser und das DRK in Ratingen. Ob bei den verschiedenen Anbietern auch Rauchmelder an den Hausnotruf angeschlossen werden können, sollte man im Vorfeld abklären.

In Notfällen erhält die Zentrale ein Signal und ein Helfer klärt ab, welche Art von Hilfeleistung erforderlich ist und leitet diese ein. Die weiter fortschreitende Digitalisierung schafft beim Hausnotruf völlig neue Möglichkeiten. Daten können schneller ausgetauscht werden, Notfallmediziner, Hausärzte, Apotheken können eingebunden werden, um Menschenleben zu retten und bei Notfällen aller Art fachkundige Hilfe zu finden.

Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes stirbt in Deutschland durchschnittlich immer noch jeden Tag ein Mensch an den Folgen eines Brandes. 95 Prozent der Betroffenen ersticken an giftigen Rauchgasen. Zuletzt bewahrte ein Rauchmelder im März ein Wohnhaus Haus an der Karl-Theodor-Straße in Ratingen möglicherweise vor größeren Schäden: Ein Melder hatte den Qualm eines kokelnden Blumentopfes erfasst und Alarm ausgelöst. Der Mieter war nicht daheim, Nachbarn riefen die Feuerwehr.

Seit Januar 2017 müssen auch in bestehenden Wohnhäusern Rauchmelder eingebaut werden. Wer sich generell übers Thema Rauchmelder informieren will, ist bei allen neutralen Stellen wie Feuerwehr, Mieterschutzbund oder Haus und Grund gut aufgehoben.

(-dts(JoPr)