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Ratingerin wehrt sich gegen unberechtigtes Knöllchen

Falsch geparkt? : Ratingerin wehrt sich gegen Knöllchen

Eine Lintorferin parkte ihr Fahrzeug auf einem ausgewiesenen Parkplatz und kassierte trotzdem ein Bußgeld. Zweimal. Das Ordnungsamt entschuldigt sich: „Unglückliche Umstände.“

(abin) Die Lintorferin Martina Maas rieb sich im April ungläubig die Augen als sie an ihrem Fahrzeug ein Knöllchen vorfand. Das Auto stand auf einer ausgewiesenen Parkfläche in der Fritz-Windisch-Straße. Und trotzdem stellte das Ordnungsamt einen Strafzettel aus. Bereits zum zweiten Mal. Schon im Januar flatterte der Familie ein Bußgeldbescheid ins Haus.

„Damals legten wir Widerspruch ein und das Verfahren wurde eingestellt“, erinnert sich die Ratingerin. Diesmal gestaltete sich die Angelegenheit nicht so einfach. Dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in beiden Fällen eine Anzeige schrieben, obwohl die Autofahrerin auf einem ordentlichen Parkplatz stand, kann Martina Maas noch halbwegs nachvollziehen: „Die Flächen sind dunkelblau markiert. Das kann man schlecht erkennen. Aber von mir ja auch erwartet, dass ich sehe, wo ich parken darf.“

Etwas anderes bringt sie auf die Palme: „Es ärgert mich, dass das Ordnungsamt keinerlei Empathie zeigt, kein Verständnis für den Bürger, keine Entschuldigung – ja nicht einmal reagiert.“ Martina Maas legte auch im April Widerspruch ein. „Hier hat man versäumt, innerhalb von sieben Wochen auf einen Widerspruch per Post und zwei E-Mails zu reagieren oder diese zu bearbeiten. Stattdessen ist uns am Wochenende ein Bußgeldbescheid ins Haus geflattert.“

Bei einem erneuten Anruf beim Ordnungsamt erfuhr die Bürgerin: Das Schreiben sei aufgrund eines Automatismus erstellt worden, da man noch nicht zur Bearbeitung des Vorganges gekommen sei. „Aus unserer Sicht ein nicht tragbares Verhalten. Vor allem, weil sowohl für das Knöllchen als auch für den Bußgeldbescheid keinerlei rechtliche Grundlage vorliegt“, ärgert sich Martina Maas. Inzwischen hat die Stadt reagiert. „Die Verwarnung erfolgte zu Unrecht“, heißt es. Und: „Das Verfahren wurde eingestellt und das Ordnungsamt bedauert sehr, dass der Fehler zum zweiten Mal passiert ist. Die Parksituation vor Ort ist wohl nicht so leicht erkennbar, aber der Außendienst wird nun noch einmal für diesen bestimmten Bereich der Fritz-Windisch-Straße sensibilisiert, damit es nicht noch einmal zu einer unberechtigten Verwarnung kommt.“

Dass die Bearbeitung so lange gedauert hat, sei auf unglückliche Umstände – Homeoffice, Erkrankung eines Mitarbeiters – zurückzuführen.

(abin )