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Ratingerin überzeugt beim Praktikum und erhält Ausbildungsplatz

Einsatz hat sich gelohnt : Per Praktikum zum Traumjob

Für die Ratingerin Münnevver Hülya Önal steht fest: Anwältin ist ihr Traumberuf. Ein Praktikum soll Klarheit bringen. Kein leichtes Unterfangen während der Pandemie. Doch ihr Engagement hat Erfolg.

„Seit fünf oder sechs Jahren habe ich schon den Traum, Anwältin zu werden“, erzählt Münnevver Hülya Önal. „Ich dachte, ein Praktikum ist eine gute Möglichkeit, in den Beruf hineinzuschnuppern und festzustellen, ob das wirklich etwas für mich ist.“ Die Suche nach einem Praktikumsplatz gestaltete sich – nicht zuletzt auch coronabedingt – zwar etwas holprig, erwies sich aber als erster Schritt zum Happy End.

Die junge Ratingerin suchte sich Adressen von Anwaltskanzleien heraus und schickte eine ganze Reihe von Bewerbungen los. „Drei Monate lang habe ich gesucht“, erinnert sie sich. Bedingt durch die Pandemie arbeiteten viele Büros im Homeoffice oder nahmen keine Praktikanten an.

So war es zunächst auch bei der Rechtsanwaltskanzlei SCHMITTE  & PARTNER in Düsseldorf. Önal hatte sich über die Fachbereiche informiert und festgestellt: „Da kann ich am meisten lernen.“ Also fuhr sie hin und stand vor verschlossener Tür. Die Ratingerin ließ jedoch nicht locker und rief in der Kanzlei an. Die Kanzlei sagte zu und die Schülerin durfte schließlich ein Praktikum antreten.

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„Es waren neun spannende Tage“, so Önal. „Ich war bei Gerichtsverhandlungen dabei, ebenso bei Mandantengesprächen und habe Banddiktate geübt.“ Mit den Kollegen kam sie gut zurecht, die Arbeit machte ihr Spaß. „Ich habe mich weiter informiert und dann beschlossen: Das ist es.“

Das Engagement überzeugt auch die Kanzlei-Inhaber. Sie bieten ihr einen Ausbildungsvertrag an. Die Ratingerin besteht einen Einstellungstest, der Ausbildung steht nichts mehr im Weg. Önal ändert ihre komplette Zukunftsplanung – Abitur, dann Studium war die ursprüngliche Idee – und sagt zu. Am 1. August tritt sie ihre Ausbildung bei SCHMITTE & PARTNER an.

„Frau Önal hat uns überzeugt, weil die Arbeit ihr Spaß gemacht hat“, so Christian Schmitte. „Auch für die Ausbilder ist es deutlich motivierender, wenn jemand eine gewisse Lernbereitschaft und Elan mitbringt.“ An Anfragen für einen Praktikumsplatz mangelt es der Rechtsanwaltskanzlei nicht. Die Pandemie sei aber durchaus eine Herausforderung. „Da wir viel online gearbeitet haben und wenig Mandantenkontakt im Haus hatten, war das Praktikum nicht so spannend“, so Schmitte.

Dennoch setzt er bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen auf das Probearbeiten. „Ein Vorstellungsgespräch bietet nicht die Möglichkeit, sich intensiv kennenzulernen“, sagt Schmitte. Ein Praktikum kann beide Seiten vor bösen Überraschungen bewahren. Sein Tipp für Bewerber: „Von den Standardanschreiben und nichtssagenden Floskeln abweichen und möglichst authentisch bleiben.“

Für die Ratingerin hat sich ihr Engagement auch in der Pandemiezeit ein Praktikum zu absolvieren ausgezahlt. Nach drei Jahren Ausbildung wird sie nicht nur einen Berufsabschluss in der Tasche haben, sondern auch ihr Abitur. Damit ist sie ihrem Traumberuf dann ein ganzes Stück näher.