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Ratinger Verein sucht dringend Bildungspaten

Allianz Bildung und Lernen : Verein sucht dringend Bildungspaten

Die Pandemie hat bei vielen Schülern Wissenslücken hinterlassen. Den Lernstoff können sie allein nicht aufarbeiten. Deshalb sucht die Allianz für Bildung und Lernen ehrenamtliche Unterstützer.

Das Home-Schooling in den vergangenen zwei Jahren hat bei einer Reihe von Ratinger Schülern deutliche Spuren hinterlassen. Die entstandenen Lernrückstände lassen sich allein kaum aufholen. Für den Ratinger Verein „Allianz Bildung und Lernen“ ein dringender Anlass, nach neuen Bildungspaten zu suchen.

„Aktuell haben die Schulen Bedarf für weitere neun Kinder angemeldet.“ Und die Geschäftsführerin und pädagogische Leiterin, Maymol Devasia-Demming, rechnet mit der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse mit weiteren Anfragen. Die Nachfrage nach Unterstützung sei groß sagt sie, vor allem in der Sekundarstufe I an den Gesamtschulen.

Der Verein Allianz Bildung & Lernen engagiert sich seit über fünf Jahren für die Idee, Bildungschancen von Schülern zu verbessern und ihnen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Dazu tragen die Bildungspaten bei, derzeit 43 Frauen und Männer, die sich in der Regel ein- bis zweimal in der Woche mit den Schülern treffen.

Doch durch die Pandemie ist Unterstützung noch notwendiger geworden. „Es fehlt an allen Ecken“, sagt Maymol Devasia-Demming. Allein können viele Schüler das Versäumte nicht nachholen, doch der Unterrichtsstoff geht weiter, die Lücken werden immer größer. Es fehle ganz viel Fundament vor allem in den Fächern Sprachen und Mathematik. Das Ergebnis: „Die Schüler haben keinen Bock mehr auf Schule“, sagt Devasia-Demming. Sie befürchtet, das viele durch das Raster fallen und dadurch auf ihrem weiteren Lebensweg scheitern könnten.

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Deshalb sucht der Verein nun dringend Bildungspaten für Kinder ab Klasse 5. Am Dienstag, 1. Februar, um 19 Uhr wird es bei einem Zoom-Meeting Informationen über die Arbeit geben. Anmelden können sich Interessierte unter info@abl-ratingen.de. Sie bekommen dann die Zugangsdaten zugeschickt.

Allerdings können sich mögliche Bildungspaten auch schon jetzt unter dieser E-Mailadresse melden, oder unter  Telefon 02102 4402210. Mitmachen könne eigentlich jeder, sagt Devasia-Demming. Man müsse kein Lehrer oder Fachmann sein. Vielmehr sei in der derzeitigen Situation „ein großes Herz, viel Geduld und Langmut“, gefragt. Den Schülern Struktur geben oder einfach nur für sie da sein, sind wichtige Aufgaben der Bildungspaten.

Der Allianz Bildung und Lernen ist es wichtig, die Unterstützung so engmaschig wie möglich zu gestalten. Dazu gehört, dass die Bildungspaten, die Schule und das Elternhaus zusammen arbeiten. Die Treffen zwischen Bildungspaten und Schülern finden nach dem Unterricht entweder in der Schule oder in den Räumen des Vereins an der Boschstraße statt.

Wer mitmachen möchte, wird keinesfalls allein gelassen. Maymol Devasia-Demming führt die Anmeldegespräche durch, versucht danach möglichst passgenau Bildungspaten und Schüler zusammen zu bringen. Es gibt Treffen zum Austausch und kleinere Schulungen und jederzeit einen Ansprechpartner beim Verein.

Während der Pandemie wird selbstverständlich die Sicherheit groß geschrieben. So können sich Paten und Schüler auf Wunsch beispielsweise an den Tagen treffen, wenn  in der Schule getestet wurde. Wem es in der Schule zu unsicher ist, kann die Treffen auch an die Boschstraße verlegen. Und der Verein nutzt neue Wege. „Derzeit haben wir einen Bildungspaten, der in Lissabon studiert und sich mit dem schon etwas älteren Schüler online austauscht“, sagt Devasia-Demming.

Apropos Studenten: Für Bildungspaten gibt es keine Altersbeschränkungen. Der Verein arbeitet mit Schülern der Höheren Handelsschule ebenso zusammen wie mit Rentnern und Bildungspaten, die derzeit noch mitten im Berufsleben stehen.