Ratingen/Peking: Ratinger Studentin unterwegs in China

Ratingen/Peking: Ratinger Studentin unterwegs in China

Joana Reicherts studiert internationale Beziehungen. Nicht nur theoretisch, sondern praktisch. Gerade ist sie von einer Studienreise aus China zurück.

Dass es für sie einen Monat nach Peking und andere Städte ging, war "ein glücklicher Zufall. Ich war nämlich gerade in Rennes", erinnert sich Joana Reicherts. Aber ein geistesgegenwärtiger Freund sah den Aushang des Studentenprogramms "China Insight" und machte sie darauf aufmerksam. "Da habe ich mich kurzfristig beworben." Ihr Motivationsschreiben war offensichtlich interessant verfasst, gemeinsam mit weiteren 19 Studenten aus ganz Deutschland ging es Ende Februar los. "Ich würde es immer wieder machen. Es war einer der besten Monate meines bisherigen Lebens", schwärmt die 21-Jährige.

Bereits 15-jährig hatte sich die Ratingerin, die 2012 am Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium Abi machte und jetzt im sechsten Semester an der Uni Dresden internationale Beziehungen studiert, in Richtung Asien aufgemacht. "Ich war als Austauschschülerin ein Jahr in Singapur. Das hat mich interessiert." Aus dieser Zeit stammen auch ihre Sprachkenntnisse.

"Die Zeitung kann ich nun immer noch nicht lesen - aber in der Landessprache um einen Koffer feilschen. Das gehört in China mit dazu", lacht sie. Genauso, wie "zu sechst bis acht in einem Studentenzimmer zu leben". Den Privatbereich schafft man sich, indem man einen Vorhang zuzieht. Allerdings waren die Studenten während ihrer Stippvisite, deren Hauptzeit aus einem Aufenthalt in Peking bestand, nicht in einem solchen Zimmer untergebracht, sondern wohnten in einem Studentenhotel. Täglich erhielten sie von 9 bis 17 Uhr Sprachunterricht, "eine wertvolle Erfahrung", und lernten erste Schwünge in der Kalligraphie. Als "relativ anstrengend" hat sie den Drachentanz in Erinnerung. "Zehn Leute versuchen, diese mehrere Meter lange Drachenfigur an Holzstäben in der Luft zu bewegen." Dazu gehört auch lautes Gebrüll, was "schrill und schön" zugleich war. Und "eine besondere Ehre, dabei mitmachen zu dürfen". Ebenso interessant war es, Tai Chi auszuprobieren. Was nicht nur Disziplin, sondern allerlei geistige Fähigkeiten erfordere. Gejoggt ist Joana Reicherts auch. "Hinterher sind die Schuhe mit einem Grauschleier überzogen. Der lässt sie auch mit nichts mehr entfernen." So viel zum Thema Smog: "Ich kam mit einem wirklich schlimmen Husten zurück". Vor allem aber mit dem Kopf voller "wunderbarer Erinnerungen" an eine ganz andere Kultur. "Geschätzt 1000 Fotos" halten besondere Eindrücke fest. An den Wochenenden ging es auf Reisen durch das Land. Die Verbotene Stadt stand auf dem Touristenplan, "es war ein Lebenstraum, das zu erleben, vollkommen surreal". Den Sommerpalast an einem künstlichen See erlebte sie unter ebenso strahlend blauem Himmel wie die chinesische Mauer. "Und weil wir einen weniger frequentierten Punkt angesteuert hatten, war fast nichts los."

  • Peking

Auch in Sachen Kulinarika wurde sozusagen eine Rundreise unternommen. "Es gab auch mal Schweineblut in Geleeform und Hühnerfüße." Letztere zu essen, war "nicht so schön. Sie sind sehr fettig und von gummiartiger Struktur". Allerdings ist es gute Gepflogenheit, das, was man nicht mag, neben den Teller zu spucken. "Ein Grundmaß an Offenheit muss man schon mitbringen", kommentiert Joanna Reicherts diese in Europa unbekannte Sitte. Ebenso en vogue sei Geschmatze als Zeichen dafür, dass es schmecke. "Überhaupt geht es ziemlich laut und fröhlich zu."

Ob sie China nun kennt? "Wir haben doch nur einen kleinen Teil gesehen und erlebt. Es war toll. Perspektivisch könnte ich mir vorstellen, auch mal für ein Praktikum oder ähnliches nach China zurückzukommen."

(RP)
Mehr von RP ONLINE