Ratinger spielen beim großen Musikfest

Ratingen : Ratinger spielen beim großen Musikfest

Seit einem Jahr bereitet sich das Jugendbalsorchester der Musikschule auf den Wettbewerb vor.

„Das Deutsche Musikfest ist Klang! In über 300 Veranstaltungen treten mehr als 300 Ensembles auf, an und hervor. Alt und Jung, Gäste von nah und fern, Instrumente und Formationen aller Art. Das Deutsche Musikfest ist Vielfalt! Musikerinnen, Musiker und Interessierte musizieren, lachen, lauschen und tauschen aus. Tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zehntausende Besucherinnen und Besucher, gefüllte Bühnen, Hallen und Plätze. Das Deutsche Musikfest ist Leben! An vier Tagen tönt, schallt und hallt in ganz Osnabrück Blas- und Spielleutemusik. Traditionell und bekannt, fetzig und mitreißend, behaglich und leise, neuartig und modern.“

Auf solche Ankündigungen kann man einfach nicht verzichten – vor allem nicht, wenn das Jugendblasorchester der Städtischen Musikschule an Klang, Vielfalt und Leben in Osnabrück teilhaben wird. Vom 30. Mai bis zum 4. Juni gibt es die Musik-Sause, auf die sich die Ratinger seit einem Jahr vorbereiten.

Aufs Ganze gesehen ist diese Vorbereitungszeit sogar noch kurz bemessen – es war zum Beispiel nur noch eine Unterkunft in der Jugendherberge Bielefeld zu bekommen, wo nicht nur die rund 55 musikalisch Reisenden unterkommen, sondern auch noch probieren können. Das Fest ist nämlich nicht nur für Eingeweihte eine ganz große Sache. Es wird „für Spaß“ musiziert und dann auch noch für Platzierung. „Wir nehmen dort auch am Wettbewerb für Blasorchester teil und spielen als Pflichtstück „An Irish Rhapsody“ von Clare Grundman sowie „Anthem for Winds and Percussion“ von Claude T. Smith“, erklärt Paul Sevenich, Leiter der Musikschule.

Abgesehen von seiner Funktion als Chef der Schule darf man nicht vergessen, dass er selber ein „Blechbläser“ ist und dass er schon nach ganz kurzer Zeit, nachdem er in Ratingen angefangen hat, das Orchester aus der Taufe gehoben und seitdem mit Begeisterung gepflegt hat. Es war sein Baby, es ist sein Kind, wie man so nett sagt. Schul- und Unterrichtszeiten und das Alter der Orchestermitglieder bedingen, dass nicht alle Kinder und Jugendliche acht Jahre mitmachen. Mal scheidet eine größere, mal eine kleinere Gruppe aus, weil die Lebensumstände das erfordern. Aber viele sind etliche Jahre dabei geblieben. Und, unterm Strich, haben 200 Ratinger seit Mai 2003 in zum Jugendblasorchester gehört. Sie spielten Holz- und Blechblasinstrumente und Schlagzeug.

Erweiterte Blechmusik gehört zum Beispiel zu bayerischen Feuerwehr-Festen und krachledernen Veranstaltungen; zu entsprechenden Auftritten im Fernsehen, zu Marsch-Auftritten von Polizei und Militär, bei Schützenfesten und im Karneval. „Alles richtig, alles ok“, sagt Sevenich. Und: „Aber wir machen ja eine ganz andere Musik, wir spielen Stücke aus dem klassischen Repertoire.“ Was genau so ok ist.

Für den trauten Zusammenhalt spricht, dass über 50 junge und noch jüngere Musikerinnen  und Musiker ohne ein großes Aufpasser-Team losfährt und sich in die Musikermenge von etwa 15.000 Personen einreiht. Das Musikfest findet nur alle sechs Jahre statt und wird natürlich von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit großer Begeisterung erwartet. Wahrscheinlich gibt es keinen größeren Raum, keinen attraktiven Platz in der Stadt, wo nicht in irgendeiner Form musiziert wird. Der Knaller – abgesehen vom Wertungsspiel – wird voraussichtlich zum Sonntags-Programm gehören.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst gibt es unter anderem ein Konzert der Besten unter dem Titel „Preisträger-Gala“ im Europa-Saal der Osnabrück Halle. Und schließlich ein Gemeinschaftskonzert mit bis zu 2000 Musikern, einen großen Festumzug mit Start im Domhof bis zum Schlosshof.

Da es erfreulicherweise ein Deutschlandlied gibt, kann das auch zum Abschluss des Umzugs von den 2000 Musikern gespielt werden. Was in Ratingen – mal abgesehen von der Zahl der Teilnehmer – nicht möglich ist.

Vom 30. Mai bis 4. Juni findet das Deutsche Musikfest statt. Die jungen Musiker aus Ratingen freuen sich aufs Programm und die Veranstaltungen. . Foto: Blazy, Achim (abz)
Paul Sevenich, Leiter der städtischen Musikschule, hat das Jugendblasorchester gegründet. Foto: Blazy, Achim (abz)

Sevenich versichert, dass es hier auch mehr Auftritte unter freiem Himmel geben könnte, wenn zum Beispiel auf dem Markt Platz für das Orchester zur Verfügung gestellt und auch die Auf- und Abbauzeiten berücksichtigt würden.

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