Ratinger Müllabfuhr braucht neues Konzept.

Neues Konzept : Müllabfuhr stößt an ihre Grenzen

In  Ratingen gibt es zahlreiche Problemstraßen, die aus unterschiedlichen Gründen nur sehr schwer angefahren werden können. Die Stadt stellt nun ein Konzept vor, das bald in den politischen Gremien beraten wird.

Hartgesottene Fahrer bei der Müllabfuhr haben normalerweise die Ruhe weg. Und sie müssen auch in schwierigsten Situationen die Nerven behalten. Seit vielen Jahren gibt es dieses Problem, das bisher nur stellenweise entschärft werden konnte.

Fakt ist: Immer wieder stoßen die Beschäftigen der städtischen Müllabfuhr bei ihrer Arbeit an gefährliche Grenzen: In zu schmal gebauten Straßen und Wegen sowie in Sackgassen ohne ausreichende Wendemöglichkeit wird die Abfallentsorgung insbesondere für die Fahrer zur Mutprobe.

Vor einigen Jahren hatte der damalige Rechtsdezernent Dirk Tratzig den Zorn zahlreicher Bürger hervorgerufen. Weil Privatstraßen wie beispielsweise Am Tannenbaum in Hösel zu gefährlich für die schweren Müllfahrzeuge waren, stellte man die Entsorgung dort ein. Betroffene mussten einen gut zugänglichen Containerstandort einrichten. Es gab eine lange und zähe Diskussion. Die Stadt beschaffte ein „Bonsai-Müllauto“ sowie ein weiteres mit engem Radstand.

Unfallverhütungsvorschriften wurden für alle Straßen auf Ratinger Stadtgebiet bereits abgeklopft. In der Folge musste aus Sicherheitsgründen die Anfahrt von besonders engen und schwer erreichbaren Straßen und Privatstraßen abgelehnt werden – auch vor dem Hintergrund, dass bereits ein stadteigenes Müllfahrzeug auf einem unbefestigten Waldweg in die Böschung gerutscht war und fast umgekippt wäre (die RP berichtete). Laut Stadt sind erste technische und organisatorische Gegenmaßnahmen bereits auf den Weg gebracht worden.

In einem weiteren Schritt werde nun intensiv daran gearbeitet, die Schwierigkeiten der Müllabfuhr in diesen Problemstraßen in den Griff zu bekommen und Lösungen für die einzelnen Straßen zu finden.

In einer aktuellen Beschlussvorlage, die nach der Sommerpause in die politischen Beratungen (über die Bezirksausschüsse bis zum Rat) geht, legt das Amt Kommunale Dienste ein Konzept vor, das dazu beitragen soll, die Gefahren für Abfahrsammelfahrzeuge im Straßenverkehr, für die Verkehrsteilnehmer und die städtischen Mitarbeiter zu reduzieren.

Zunächst einmal geht es vorrangig um 31 Straßen und Bereiche mit hohem Gefährdungspotential. Hierzu hat bereits eine intensive Vorberatung mit politischen Vertretern in der Gebührenkommission und in der Projektgruppe „Sauberes Ratingen“ stattgefunden mit jeweils einstimmigen und konkreten Handlungsempfehlungen, wie die Probleme in diesen 31 Straßen jeweils gelöst werden sollen. Hierzu gehören: Parkraumregelungen und ordnungsbehördliche Anordnungen, Behälter-Bereitstellung durch die Anlieger oder die Errichtung von dauerhaften Behälterstandplätzen.

Weitere rund 180 Problemstraßen mit mittlerem und geringem Risiko werden in einer weiteren Ergänzungsvorlage zu einem späteren Zeitpunkt behandelt.

„Vor allem das Rückwärtsfahren von Müllfahrzeugen kann auf ungeeigneten Straßen und bei schwierigen Licht-, Wetter- und Raumverhältnissen zu einer tödlichen Gefahr für die Beschäftigten der Müllabfuhr sowie für andere Straßenverkehrsteilnehmer werden“, erklärt Abteilungsleiterin Petra Bachhuber-Pentz. Im Umgang mit Abfallsammelfahrzeugen müsse man daher eine besondere Sorgfalt an den Tag legen.

Zudem stellten einschlägige Unfallverhütungsvorschriften für jede Kommune bzw. jeden Versicherten der gesetzlichen Unfallversicherung verbindliche Pflichten bezüglich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz dar, die es einzuhalten gilt.

Das heißt auch für die Stadt Ratingen: Wo in beengten und auf nicht belastbaren Stichstraßen und -wegen diese Vorschriften nicht mehr eingehalten werden können, sind verpflichtend Gegenmaßnahmen zu treffen.

Ein wichtiger Service: Auf der städtischen Homepage hat das Amt Kommunale Dienste für interessierte Bürger detaillierte Ausführungen zum Thema „Müllabfuhr in Problemstraßen“ bereitgestellt.

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