Ratinger Jugendrat möchte grüne Welle für Radfahrer

Ratingen : Jugendrat möchte grüne Welle für Radfahrer

Ziel eines entsprechenden Antrags ist es, den Fahrradverkehr in Ratingen schneller, sicherer und somit auch attraktiver zu machen.

(RP) „Klimaschutz und umweltfreundliche Mobilität zählen aktuell zu den größten Herausforderungen. Mit einem Antrag auf Optimierung der Verkehrsampeln zugunsten des Radverkehrs will der Jugendrat beiden Themen gleichermaßen gerecht werden“, sagt Claus Köster, Mitglied im Jugendrat. Ziel sei es, den Fahrradverkehr in Ratingen schneller, sicherer und somit auch attraktiver zu machen.

Vorbild ist das Projekt „RadWelle“ in Oberhausen, das in der Kategorie Infrastruktur des Deutschen Fahrradpreises mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurde. „RadWelle“ ist eine konkrete Maßnahme zur Reduzierung der Wartezeiten für Radfahrer an Kreuzungen mit Ampeln. Und so funktioniert das Ganze: Radfahrer werden beim Heranfahren an die Ampel mittels Infrarotkamera oder Induktionsschleifen frühzeitig erkannt. Ein entsprechendes Programm sorgt dann für eine schnellere Grünschaltung. Durch die frühzeitige Erkennung des Radfahrers wird die Wartezeit an der Ampel reduziert, da kein Taster an der Ampel betätigt werden muss. Im besten Fall kann der Radfahrer die Ampel beim Eintreffen sogar ohne Wartezeit passieren.

Mitglieder des Ratinger Jugendrates haben sich in Oberhausen das dort bereits umgesetzte Projekt erklären und vorführen lassen – und sind begeistert. „Es hat sich gezeigt, dass durch die Reduzierung der Wartezeiten auch die Anzahl der Rotlichtverstöße reduziert und so ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geleistet wird“, stellt Jugendratsmitglied Orion Raunig fest. Mehr noch: Durch das zielgerichtete Umstellen bestimmter Ampeln konnte auch der Verkehrsfluss bei den Autos  beschleunigt werden.

Aus Sicht des Jugendrates könnten eine Reihe von Signalanlagen in Ratingen von der Umrüstung profitieren, etwa an der Kreuzung Kaiserswerther Straße/Hauser Ring (vor der Süd-Dakota-Brücke): Vom Hauser Ring kommend müssen Radfahrer zurzeit an vier Fußgängerampeln warten und dabei vier Straßen queren, um die Fahrt über die Brücke fortzusetzen. Auch an der Kreuzung  Europaring/Düsseldorfer Straße/Volkardeyer Straße müssen Radler, wenn sie vom Europaring  in Richtung Felderhof fahren, an vier Fußgängerampeln warten und dabei drei Straßen queren.

Aus Sicht des Jugendrates sollte auch der innerstädtische Verkehrsring dahingehend überprüft werden, inwieweit der Radverkehr mit Hilfe der beschriebenen Maßnahme beschleunigt werden kann.

Um eine geeignete Auswahl zu bekommen, empfiehlt der Jugendrat, alle beampelten Strecken mit einem Fahrrad und einem mitgeführten GPS-Logger zu befahren. Der GPS-Logger ermöglicht die Ermittlung der Wartezeiten vor den einzelnen Ampeln. Anhand der ermittelten Wartezeiten und der Umsetzbarkeit können anschließend geeignete Standorte ausgewählt werden.

Mehr von RP ONLINE