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Ratinger Freiwilligenbörse sucht Ausbildungspaten

Ausbildungspaten gesucht : Paten begleiten auf dem Weg zum Job

Für das beginnende Schuljahr sucht die Ratinger Freiwilligenbörse ehrenamtliche Paten, die Zehntklässler auf ihrem Weg ins Berufsleben begleiten und gemeinsam mit den Schülern alle Hürden meistern.

Schulisch beginnt für viele Jugendliche am Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg schon bald der Endspurt. Und doch ist der Weg ins Berufsleben für viele junge Ratinger mit Fallstricken gespickt. „Viele haben kurz vor dem Abschluss noch gar keine Ahnung, welchen Berufsweg sie eigentlich einschlagen wollen“, berichtet Ausbildungspate Werner Both. Fragen wie: Wo bekomme ich Informationen? Wie komme ich an ein Praktikum? Wie nehme ich Kontakt mit dem Betrieb auf? beschäftigen die jungen Leute. Auch pragmatische Dinge wie die verbindliche Einhaltung von Terminen, eine formvollendete Bewerbung oder die Abläufe eines Vorstellungsgespräches stellen große Hürden dar.

Einige Schüler können auf ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht auf die Unterstützung ihrer Eltern hoffen. Die Gründe sind vielfältig. „Einige Eltern sind berufstätig und haben keine Zeit“, so Werner Both. „Dazu kommt Hilflosigkeit im Umgang mit Behörden“, ergänzt Jürgen Rossié, verantwortlich für das Programm Ausbildungspaten bei der Freiwilligenbörse. „In Familien von Migranten wird manchmal kein Deutsch gesprochen oder das deutsche Ausbildungssystem ist schlichtweg unbekannt.“ In der Hauptsache geben die ehrenamtlichen Ausbildungspaten der Suche nach einem Ausbildungsplatz Struktur. „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe“, umreißt Jürgen Rossié das Aufgabengebiet.

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Derzeit werden 31 Schüler des Berufskollegs von 17 Ausbildungspaten in einer Eins-zu-eins-Beziehung betreut. Eine Patenschaft kann bis zu vier Jahre dauern, mindestens aber zur Aufnahme der Ausbildung.

„Im September stellen wir uns in den zehnten Klassen der Schule vor“, so Both. Schüler, die Interesse haben, füllen einen Bewerbungsbogen aus und werden anschließend zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Anhand dieser Eindrücke wird der passende Ausbildungspate gesucht. Meist sind das zehn bis 15 Schüler pro Schuljahr. „Ohne ein Vertrauensverhältnis ist diese Arbeit nicht möglich“, erklärt Jürgen Rossié. „Wenn die Chemie zwischen Schüler und Paten mal gar nicht stimmt, wechseln wir auch.“

Nach einer ersten Kontaktaufnahme erarbeiten Pate und Schüler gemeinsam einen Plan, der die nächsten Schritte beinhaltet. Ausbildungspaten brauchen gelegentlich auch ein dickes Fell: Derya Yavuz betreut derzeit zwei Schüler. „Wenn diese sich nicht an Vereinbarungen halten, muss ich auch mal streng sein“, erzählt sie. Doch meist ist das schnell vergessen. „Die jungen Leute sind sehr motiviert. Mir macht es Freude zu helfen. Umso mehr, wenn ich sehe, dass es auch etwas bringt. Wenn ein Vorstellungsgespräch erfolgreich war, freue ich mich mit.“

Derya Yavuz ist selbst berufstätig. „Die Treffen finden meist nach Feierabend je nach Bedarf statt“, erzählt sie. Das kann einmal wöchentlich sein oder zweimal im Monat. „Das funktioniert sehr gut.“ Eine Altersbeschränkung für mögliche Ausbildungspaten gibt es nicht. „Wichtig ist“, so Werner Both: „Lebenserfahrung, Empathie und ein bisschen Zeit, die man sich aber selbst einteilen kann.“

Bei Schulleiterin Heidi Abbenhaus kommt das Programm gut an. Es gibt sogar messbare Erfolge: „Besonders Schüler mit Migrationshintergrund konnten fast alle in einen Ausbildungsplatz vermittelt werden. Auch die schulischen Leistungen werden oft deutlich besser.“ Sie und ihr Team werden deshalb nach den Ferien die Schüler auf das Programm aufmerksam machen. Fehlen nur noch neue Paten.