1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Ratinger Apotheken warten auf neue Atemschutzmasken und klagen über unseriöse Angeboten.

Corona : Atemschutzmasken – sinnvoll, aber in Ratingen Mangelware

(db) Das flächendeckende Tragen von Atemschutzmasken ist spätestens, nachdem das thüringische Jena als erste deutsche Stadt seine Bürger zum Tragen der Schutzmasken verpflichtet hat, ein Dauerthema.

Die Landesregierung in NRW ist vorerst gegen eine solche Schutzmasken-Tragevorschrift und verweist derweil auf den freiwilligen Schutz mit den Atemmasken. Allerdings sieht man immer mehr Bürger, auch in Ratingen, entweder mit selbst genähten Masken oder Papiermasken auf den Straßen. Und auch der Ruf von Experten, provisorische Atemmasken in der Öffentlichkeit zu tragen, wird immer lauter. Das großes Problem dabei: Es gibt von den Masken – vor allem von den hochwertigen sowie Viren und Bakterien abweisenden partikelfiltrierenden Halbmasken vom Typus FFP 3 – aktuell viel zu wenig. Besonders Krankenhäuser und Altenheime leiden darunter, aber nicht nur sie.

Auch wenn viele Menschen gerne eine Maske tragen wollen würden, kommen viele einfach an keine mehr ran. Die Masken sind auch bei denen, die sie verkaufen, Mangelware. Wer hätte das gedacht, dass eine profane Atemschutzmasken einmal zum wichtigsten hygienischen Accessoire der Menschen werden würde.

Es sind die Apotheken, die ja gegenwärtig eh schon alle Hände voll zu tun haben und am Limit arbeiten, die besonders von dem Mangel der kleinen Hygiene-Schutzvorrichtungen für Mund und Nase betroffen sind. „Es ist ein sehr leidiges Thema, alle wollen Masken haben, nur wir haben auch keine mehr. Das tut uns leid und wir sind darüber alles andere als erfreut“, heißt es etwa aus der Adler-Apotheke. Man warte sehnsüchtig auf neue Produkte, könne aber nicht sagen, wann diese eintrudeln werden. Das gilt fast für alle Apotheken in Ratingen. „Wir stehen auf der Warteliste der Großhändler“, heißt es von der Adler-Apotheke weiter. Und hier liegt auch ein weiteres Problem – für die Apotheken.

Wenn vor der Coronavirus-Krise einfache Papiermasken nicht viel kosteten, sieht das derzeit komplett anders aus. Nicht wenige Großhändler und Onlinehändler schlagen Profit aus der derzeitigen Notlage. Zudem gebe es auch einige dubiose Angebote, weiß Karin Wolff, Inhaberin von der Engel-Apotheke. „Vor der Krise haben mich 50 Papieratemmasken deutlich weniger als zehn Euro gekostet und ich habe sie auch für deutlich weniger als zehn Euro verkauft.“ Heute würden die Apothekerin 50 Atemschutzmasken 50 Euro allein im Einkaufspreis kosten. „Ich müsste sie für rund 70 Euro verkaufen, damit es sich für mich noch irgendwie lohnt“, sagt sie und ärgert sich über manches Angebot. „Einzelne Papiermasken wurden mir für jeweils 2,50 Euro das Stück aus Österreich angeboten“, stöhnt Wolff und schiebt lakonisch nach: „Das ist unseriös und nicht schön.“ Sie selbst verkaufe zudem in der Regel nicht gleich mehrere Masken an einzelne Personen. „Ich muss rationieren und muss unterscheiden, wer tatsächlich wie viele benötigt.“ Ärzte, medizinisches Personal sowie Pflege hätten bei ihr Vorrang. Aber natürlich verweigert sie niemand Atemschutzmasken.

Wolff rät überdies dazu, selbst Hand an zu legen oder Masken nähen zu lassen. „Ich habe für meine Mitarbeiter und mich 15 Baumwollmasken nähen lassen, das kann ich auch nur allen anderen Menschen raten.“ Im Internet gibt es ja genügend Handreichungen zum Falten oder Selbermachen, berichtet Wolff, die auch sehnsüchtig auf ihre nächste Lieferung an Schutzmasken wartet. Wann dies aber sein wird, weiß sie nicht.

„Alles vergriffen“, teilt auch eine Mitarbeiterin des Sanitätshauses Höfges und Koch auf RP-Anfrage mit. Auch hier Warteliste. „Normalerweise haben wir Atemmasken im Sortiment, aber zurzeit ist es sehr schwierig, an welche zu kommen.“