Ratingen: Wogera will investieren

Ratingen : Wohn-Genossenschaft will investieren

Die Wogera versteht ihre eigene Arbeit als „gelebte Mietpreisbremse“ und legt Zahlen für 2018 vor.

(RP) Zufrieden mit den Geschäften des Jahres 2018 ist der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Ratingen. Volkmar Schnutenhaus, Dr. Hubertus Brauer und Rüdiger Matyssek legten den Bericht über ein erfolgreiches Geschäftsjahr vor.

Mit lediglich 90 Wohnungswechseln im Geschäftsjahr 2018 lag die Fluktuationskennziffer auf einem historischen Tiefpunkt. Anschlussvermietungen konnten in allen Fällen kurzfristig aus dem Kreis der wohnungssuchenden Mitglieder generiert werden. Das positive Jahresergebnis ermöglichte wiederum die Ausschüttung einer 4 %igen Dividende an die Mitglieder der Genossenschaft.

In seinen Ausführungen zum Lagebericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2018 berichtete Schnutenhaus über das Schwerpunktthema „Wohnungsnot in Deutschland“. Bedarf nicht gedeckt – dies gilt in Teilbereichen auch für Ratingen. Regulierung des Wohnungsmarktes durch Enteignungen, Mietpreisbremse sowie neuerdings zudem auch noch den „Mietendeckel“ für mehrere Jahre werden nach Darstellung von Schnutenhaus zu keiner Entspannung am Wohnungsmarkt führen. „Durch diese Regularien wird keine einzige neue bezahlbare Wohnung entstehen“. Zur Lösung der Wohnungskrise bedarf es des Neubaus von bezahlbaren Wohnungen durch Wohnungsgenossenschaften und anderen Wohnungsunternehmen, die sich auch dem Gemeinwohl gegenüber verpflichtet fühlen und auch so agieren. Voraussetzung dafür ist aber auch, dass der Anstieg der Baukosten durch immer neue Bauvorschriften und Anforderungen gebremst wird. Seit dem Jahr 2000 haben sich die Bauwerkskosten um mehr als 60 Prozent erhöht und führen dazu, dass Neubaumaßnahmen kaum noch unter 11 Euro Miete je Quadratmeter Wohnfläche monatlich vermietet werden können.

Für den eigenen Wohnungsbestand benötigt die Wogera keine gesetzlichen Vorgaben zu einer Mietpreisbremse. Mit einer Durchschnittsmiete von 5,68 Euro je Quadratmeter Wohnfläche monatlich ist die Wogera aus der Rechtsform des Unternehmens und dem Selbstverständnis einer angemessenen Mietenpolitik ein Stück „gelebte“ Mietpreisbremse für die Menschen in Ratingen. In den nächsten Jahren will die Genossenschaft verstärkt in den Neubau investieren. Kurzfristig steht dabei als erstes der Neubau für die „Ratinger Tafel“ auf den Grundstücksflächen Am Stadion (im Bereich der Fußgängerbrücke) an. Mit der Bauerstellung soll noch im Herbst 2019 begonnen werden. ls weitere Maßnahme steht das Bauvorhaben Hans-Böckler-Straße / Gartenstraße in den Startlöchern. Nach abschließender Klärung der baurechtlichen Belange sollen hier voraussichtlich 38 bezahlbare Mieteinheiten von der Appartement-Wohnung bis zur großzügigen 4-Raum-Wohnung entstehen.

Zwei weitere größere Projekte in Ratingen-Tiefenbroich sowie in Ratingen-Süd werden derzeit mit dem Planungsamt der Stadt entwickelt und sollen zeitnah realisiert werden. Auch hier ist das Ziel vorgegeben, bezahlbaren Wohnraum zu errichten.

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