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Ratingen: Wie eine Familie den Alltag meistert

Corona : Wie eine Familie den Alltag meistert

In Zeiten des Kontaktverbots setzen die Zucalis besonders auf einen strukturierten Tagesplan für Eltern und Kinder.

Gerade für Familien mit Kindern ist es derzeit nicht leicht, den Alltag zu meistern. Neue Organisationsstrukturen müssen her. Familie Zucali aus Lintorf hat einen Weg gefunden, der (bisher) recht gut funktioniert.

Mutter Nicole ist Erzieherin und Heilpädagogin und leitet eine katholische KiTa mit dem Schwerpunkt Inklusion in Düsseldorf. Ihre Einrichtung ist noch geöffnet, um Eltern die Möglichkeit zu geben, sich zu melden, wenn Betreuungs- oder Informationsbedarf besteht. „Ich stehe in Kontakt mit unserem Elternbeirat. Sie bekommen alle neuen Infos von uns und wir stehen für Fragen zur Verfügung. Probleme gibt es mit ihnen keine. Wir sitzen ja alle im gleichen Boot und alle Familien sind besorgt, was da noch weiter auf uns zukommt“, so die Mutter.

Ihr Mann Roul ist Warengruppenmanager im Konzerneinkauf am Flughafen Düsseldorf. „Ich kann und soll nach aktueller Lage so gut es geht Homeoffice machen. Wir teilen uns entsprechend nun die Arbeit zuhause im Hinblick auf die Kinderbetreuung. Sobald meine Frau mittags von Düsseldorf aus nach Hause unterwegs ist, fahre ich ins Büro, um dort die dringendsten Angelegenheiten zu regeln. Die Kinder sind dann auch mal kurzzeitig alleine, was wirklich gut klappt. Auch Kinder wachsen in dieser Situation.“, berichtet er. Die Kinder, das sind die jetzt zwölfjährige Gymnasiastin Luisa und ihr drei Jahre jüngerer Bruder Matteo.

Für sie haben die Eltern klare Strukturen vorgegeben, um ein geordnetes Schulleben zuhause zu simulieren. „Wir haben unseren Kinder nach Bekanntgabe der Schulschließungen deutlich gemacht, dass nun keine vorzeitigen Schulferien stattfinden, sondern aufgrund der außergewöhnlichen Situation wegen des neuartigen Corona-Virus nun Homeschooling auf der Tagesordnung steht“, erklärt Mutter Nicole.

„Um 8.30 Uhr (manchmal auch um 9) sitzen wir am Tisch und bearbeiten Arbeitsblätter in den verschiedenen Schulfächern, die wir per E-Mail und/oder Schul-App von den Lehrern erhalten. Mit einigen kurzen Pausen geht es dann durch bis ungefähr 12.30 Uhr. Dann schauen wir noch Episoden von Kurzserien auf Englisch“, erklärt Luisa die derzeitige praktische Umsetzung. Abends wird in der ganzen Familie der nächste Tag (oder Tage) besprochen. „Denn ohne Struktur, Organisation und Abstimmung funktioniert gar nichts. Wir klären dabei, welche Schulaufgaben bis mittags zu erledigen sind. Hat bis jetzt super funktioniert. Die Kinder arbeiten fleißig mit. Roul übernimmt dabei derzeit eine Doppelfunktion als (unfreiwilliger) Heimlehrer und gleichzeitig Arbeitnehmer“, so Mutter Nicole.

Das Vermeiden von Sozialkontakten fällt schon etwas schwerer, denn die Zucalis sind eine bewegungsaktive Familie, die gerne unter Menschen ist. Da sind schon einige intensive Gespräche gefragt, was noch geht und was gar nicht mehr.

Am Anfang durften sich Luisa und Matteo noch mit einzelnen Kindern aus ihrem direktem Sozialumfeld verabreden, mit denen sie ohnehin häufig Kontakt haben, aber nicht mit mehreren Kindern in einer Gruppe.

„Das hat soweit mit Verhaltensregeln wie Abstand halten und Händehygiene gut geklappt. Aber es wird zusehends schwieriger, da auch diese (letzten) Kontakte immer stärker unterbunden werden müssen. Die Kinder sind auf der einen Seite nach Aufklärung unsererseits einsichtig, aber doch auch traurig, so dass die Heimbetreuung über Wochen hinweg eine Herausforderung für alle darstellt. Besonders schwer war, dass Luisa auf ihren bereits geplanten Kindergeburtstag verzichten und auch die Familienfeier abgesagt werden musste. Wir haben dann unter uns das Beste daraus gemacht und holen die Kinderparty nach. Die Hauptsache dabei ist, dass wir gesund bleiben und aufeinander aufpassen“, sagte Nicole Zucali.

Und was den Bewegungsdrang der Kinder betrifft, der wird durch Aktivitäten im Garten ausgelebt. Und Luisa tanzt wie eigentlich immer zu Karnevalsmusik durchs Haus.