Ratingen: UVR mahnt den Bau der Weststrecke an

Stimme der Wirtschaft : Zurück im Stau

Der Autoverkehr ist immens. Hinzu kommen viele Baustellen, die den Verkehr behindern.

Die Sommerferien sind vorbei, die Schule hat wieder begonnen. Auszubildende haben ihre Ausbildung begonnen, die Büros haben sich wieder mit Mitarbeitern gefüllt. Meteorologisch hat der Herbst bereits begonnen. Nach den ruhigen Sommermonaten ist es irgendwie wieder normal – leider auch auf den Straßen.

Der Autoverkehr ist immens. Hinzu kommen viele Baustellen, die den Verkehr behindern. Auch Teile von Ausfahrtstraßen sind gesperrt, oft denkt man erst daran, wenn man vor der Sperrbake steht. Und obwohl ein jeder weiß, dass die Erneuerung der Straßen unumgänglich ist – schließlich meckert der Deutsche ja auch gern darüber, wie schlecht die Straßen sind: Das Wissen, dass nach dem Ende der Bauarbeiten alles viel schöner und besser wird, macht das Warten im Stau nicht besser.

In Ratingen kommt hinzu, dass die Stadt von Autobahnen umgeben ist. Und dass es da mit schöner Regelmäßigkeit Staus oder Sperrungen gibt, die mancher gern umfährt. Indem er die Abkürzung durch unsere Stadt nimmt – was dann dem ohnehin starken Verkehr den Rest gibt.

Höchste Zeit also, dass die Menschen – egal ob Bürger der Stadt oder Einpendler – auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Wiederöffnung der Ratinger Weststrecke für den Personenverkehr ist dafür ein wichtiges Puzzleteil im Mosaik der Möglichkeiten, den Individualverkehr zu reduzieren. Obwohl natürlich besorgte Anwohner der Strecke gleich wieder auf den Lärmschutz pochen. Dabei aber übersehen, dass den richtigen Krach nicht die leisen modernen Personenzüge machen, sondern die Güterzüge.

Positiv insoweit ist, dass alle betroffenen Städte, sei es Duisburg, Düsseldorf oder Ratingen, gemeinsam mit dem Kreis an einem Seil ziehen. Sie haben gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr VRR eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, deren Ergebnis nun vorliegt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Dialog Stadt – Wirtschaft stellt ein Experte des VRR den Ratinger Unternehmern das Ergebnis am 26. September vor. Man darf gespannt sein, welches Kosten-Nutzen-Verhältnis das Projekt Weststrecke hat. Dann liegt der Ball wieder bei der Politik, Unterstützung von Wirtschaft und Bürgern ist nötig. Dass es kein dünnes Brett ist, was hier zu bohren ist, dürfte allen Beteiligten klar sein. Eins darf aber nicht passieren: dass das Projekt nach vielen Jahren wieder versandet. Sonst stehen wir alle nur noch im Stau – dann vielleicht sogar in der Urlaubszeit.

Olaf Tünkers

Tünkers Maschinenbau GmbH

Vorstandsvorsitzender des Unternehmensverband Ratingen e.V.

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