Ratingen: Ulrike Lange und St. Peter und Paul

Ulrike Lange : Sie ist Fachfrau für den Krippenbau

Ulrike Lange war lange Jahre für die Krippe von St. Peter und Paul zuständig. Ihr Ehemann führt die Arbeit weiter.

Sie wissen, wie es bei Jesus und seinen Eltern aussah, als es Weihnacht wurde: Ulrike und Manni Lange aus Ratingen. Und zwar so gut, dass nach ihrer Vorstellung immer wieder Stall und Stroh, Tiere, die heilige Familie und ihre Besucher sinnvoll in einer angemessenen Umgebung aufgebaut wurden. Ulrike Lange ist inzwischen aus der Arbeit ausgestiegen, die sie so gern gemacht hat, weil eine rheumatische Krankheit ihr die Kraft versagt, die sie braucht. Ihr Ehemann aber und eine ganze Reihe hilfsbereiter Leute aus St. Peter und Paul sind Jahr für Jahr zuverlässig am Werk.

Sie ist durch Gärtnereien und Bastelläden, Kompostierungsanlagen und Geschäfte spaziert, um Material für die Ratinger Krippe zu finden. Da müssen natürlich erst mal Maria und Josef und das Kind, die Hirten und die Könige, die Schafe, sowie Ochs und Esel, und dann natürlich der Verkündigungsengel so drapiert werden, dass sie die Geschichte sozusagen auf Anhieb verständlich zeigen.

Daneben gibt es immer noch schriftliche Informationen aus der Bibel, die von den adventlichen Besuchern immer gern gelesen werden. Wer lesen kann, ist auch hier im Vorteil, wer bibelfest ist, hat die besten Karten.

Wie muss man nun gestrickt sein, um kirchliche Weihnachtskrippen nicht nur aufbauen, sondern auch gestalten können? Fromm, dauernd in der Kirche? Ulrike Lange beruhigt. Nun ja, man gehört zur Pfarrei, hat in früheren Jahren schon in Jugendgruppen Gutes getan. Ihr Mann („Mein Gott, der ist so kreativ“) hat mit jungen Leuten Karnevalswagen gebaut. Sie war aktiv im Liturgiekreis.

Und alles hat angefangen mit Kaplan Pfarrer Günther Ernst, der in den 90er Jahren als Kaplan in Ratingen war und von dem auch die Zeichnungen der baulichen Entwicklung der Peter- und-Paul-Kirche im Internet stammen. Und er konnte interessierte Gemeindemitglieder wahrlich mitreißen.

Ratingen ist jetzt ihre Stadt – Ahlen in Westfalen war ihre Stadt, als sie geboren wurde, damals, im Jahr 1954. Sie absolvierte die Schule und später eine Ausbildung als Zahnarzthelferin. Als ihr Mann Innenarchitektur studierte, widmete sie sich ihrem Beruf, setzte auch vor und nach der Geburt der Kinder nicht lange aus. Ab 1977 war sie dann in Ratingen zu Hause – natürlich wegen einer Zahnarztpraxis. Sie hatte sogar mit der und für die Praxis ihr Düsseldorfer Domizil nach Ratingen verlegt Sie fühlte sich wohl, blieb dort so lange, bis dort die Rente angesagt war. Fand auch noch Beschäftigung, als ihre körperlichen Einschränkungen arg wurden.

Selbst das hat sie nicht ganz umgehauen: Entsprechend vorgebildet, kümmert sich Ulrike Lange heute noch um zwei demente Herrschaften. Und sie steht ihnen bei, ohne großes Getöse zu machen. Das lauteste, was man von ihr hört, ist ihr Lachen. Es kommt von ganzem Herzen und reißt mit. Und das, was sie von Kindheit und Jugend, von Arbeit und Freizeit berichtet, hört sich freundlich an. Ulrike Lange ist respektvoll und mitmenschlich.

Ab heute wird die Krippe für Weihnachten geformt. In vielen Jahren hat Ulrike Lange Grünzeug und Steine, Holz und Sand uns vielerlei Baumaterialien mit herangeschleppt, um der Szenerie wirkliche Authentizität zu verschaffen. Nun ist sie mehr mit der heimischen Krippe bei Langes beschäftigt. Immerhin soll die bei allem Einsatz für die Kirche nicht zu kurz kommen. Sie ist eher einfach, wie der Baum. Wir wissen es doch alle: Früher war einfach mehr Lametta.

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