Ratingen: Themenabend im Museum zum Thema um faire Spielzeuge.

Worauf man beim Kauf von Spielzeugen achten sollte: Faire Spiele machen mehr Spaß

Bei einem Themenabend ging es um faire Spielwaren. Die Puppen- und Spielzeugfreunde und die Koordinatorin für Kommunale Entwicklungspolitik, Lena Steinhäuser, informierten.

(RP) Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche zum Fairen Handel wurden auch Kinder- und Jugendthemen auf die Agenda gehoben. So hatten der Ratinger Puppen- und Spielzeugfreunde e.V. und die Koordinatorin für Kommunale Entwicklungspolitik, Lena Steinhäuser, ins Museum Ratingen geladen: Der Themenabend „FAIR-spielt?“ lockte viele interessierte Besucherinnen und Besucher ins Stadtmuseum. Klar wurde: „Fair produzierte Spiele machen mehr Spaß.“

„Tatsächlich werden Spielwaren mit dem Fairen Handel oft nicht in Verbindung gebracht“, erklärt Lena Steinhäuser. Dies liege unter anderem daran, dass es anders als z.B. bei landwirtschaftlichen Produkten wie Kaffee schwieriger sei, die gesamte Lieferkette zu überblicken und zu zertifizieren. Die Herausforderung beginne schon bei der Vielzahl an Grundstoffen wie Holz, Mineralöl für Plastikprodukte, Leder für Bälle oder Textilien, die für die unterschiedlichsten Spielwaren eingesetzt werden.

Ein Großteil der Spielsachen werde bekanntlich in Niedriglohnländern produziert. Und obwohl die Produktionsbedingungen je Fabrik sehr unterschiedlich seien, herrschten in vielen Spielzeugfabriken Arbeitsbedingungen, die international anerkannte Standards verletzten.

Almut Ihling, Bildungsreferentin bei WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V.: „Oft sind erzwungene exzessive Überstunden, nicht existenzsichernde Löhne, mangelhafter Arbeitsschutz zum Beispiel beim ungeschützten Arbeiten mit giftigen Chemikalien und eine unzureichende Hygiene beim Essen, der Sanitäranlagen und bei der Unterbringung der Arbeiterinnen und Arbeiter an der Tagesordnung.“

Vor allem für anwesende Großeltern und Vertreterinnen von Kitas waren die Alternativen interessant. Zwar gibt es noch kein einheitliches Siegel für Spielwaren, das verbindliche soziale Kriterien vorschreibt. Jedoch könne man laut Almut Ihling zum Beispiel bei Bällen auf Fair-Trade-Siegel achten und bei Textilprodukten auf das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard), das auch verbindliche soziale Standards vorschreibe. Das gelte auch beim FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) für Holzprodukte.

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Eine große Auswahl an Spielwaren aus dem Fairen Handel wurde von Walter König aus Homberg, der seit vielen Jahren den Fairen Handel unterstützt, vorgestellt. „Bei Spielwaren aus dem Weltladen und Produkten, die das WftO-Siegel, der World Fair Trade Organization tragen, werden die Fair-Trade-Standards eingehalten“, so König.

Weiterführende Informationen zur Spielzeugproduktion und Fairem Handel finden sich in der Broschüre „Spielregeln - Hintergründe und Arbeitsrechtsverletzungen in der Spielzeugindustrie“, die aus dem Internet kostenfrei heruntergeladen werden kann unter https://www.weed-onlilne.org.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen „FairenWoche“ finden in Ratingen noch folgende Veranstaltungen bis Sonntag, 30. September statt: Das Sauna-Team des Allwetterbads widmet sich mit einer Veranstaltungswoche dem Thema Nachhaltigkeit und dem Fairen Handel, Allwetterbad Lintorf.

Am Mittwoch, 26. September ist dort ein Aktionstag unter dem Motto „Fairer Umgang mit sich und der Umwelt“ - mit fairen Saunaprodukten, Getränken und Snacks sowie musikalischer Unterhaltung und Sauna im Allwetterbad Lintorf an der Jahnstraße.

Am Donnerstag, 27. September, 14 bis 16 Uhr, ist die doppelte Auszeichnungsfeier zur Fair-Trade-Woche: Ratingen ist Fairtrade-Town und das Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg ist Fairtrade-School. Gefeiert wird das im AJC-Berufskolleg, Minoritenstraße.

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