Gute Nachrichten für Eltern Zwei neue Kitas für Ratingen

Ratingen · Der Rat will den Bau je einer sechsgruppigen Kita in Hösel und West auf den Weg bringen. Beide Einrichtungen sollen 2026 in Betrieb gehen.

 Die Kita an der Goethestraße in West wurde inzwischen abgerissen.

Die Kita an der Goethestraße in West wurde inzwischen abgerissen.

Foto: Achim Blazy (abz)

Es gibt Bedarf und es muss schnell gehen. Gleich in zwei Stadtteilen soll jetzt im Schnellverfahren je eine Kita auf den Weg gebracht werden. Wenn alles glatt läuft, dann können in Hösel und Ratingen West im Jahr neue Kita-Plätze mit Leben gefüllt werden. Dabei geht die Stadtverwaltung neue Wege.

Zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen führen zum gleichen Problem. Der gesetzlich vorgeschriebene Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz erfordert eine detaillierte Planung seitens der Stadt. Und diese ermittelte im vergangenen Jahr einen steigenden Bedarf im Stadtteil Hösel. Zwar ist der Anbau der Kita Zum Schluchtor noch recht frisch, doch auch er deckt den Bedarf nicht. Im Zuge des geplanten Neubaugebietes auf dem Gelände des einstigen Unternehmens Goldkuhle in der Nähe des Höseler Bahnhofs rechnet die Stadt Ratingen mit einem weiteren Anstieg des Bedarfs. Zwar ist auch in dem neuen Wohnprojekt eine Kita geplant, doch bis diese in Angriff genommen wird, könnte es einfach zu lange dauern.

Ganz anders sieht es in Ratingen West aus. An der Gothaer Straße muss nach einem Rattenbefall der bisherigen Kita komplett neu gebaut werden. Das Gebäude ist inzwischen abgerissen, die insgesamt 78 Kinder sind in anderen Einrichtungen untergebracht. Das soll jedoch kein Dauerzustand werden. Allerdings fehlen hier, so die Prognose der Stadt, auch nach einem Neubau noch Kitaplätze. Zwei zusätzliche Gruppen entzerren die Situation jedoch deutlich.

Trotzdem will die Verwaltung die beiden Projekte so zügig wie möglich auf den Weg bringen. Der Rat entscheidet deshalb in seiner nächsten Sitzung am 2. Juli über den Bau von gleich zwei großen, jeweils sechsgruppigen Kindergärten. „Mit diesen Projekten wollen wir bei der Planung, der Abwicklung und der Bauweise neue Wege gehen, um Zeit und Geld zu sparen“, sagt Stadtkämmerer Martin Gentzsch. Die eigens für besondere Hochbauprojekte wie Kita- und Schulneubauten in seinem Dezernat gebildete Stabsabteilung IV.1 unter der Leitung von Stefan Welling will erhebliche Synergieeffekte erzielen – unter anderem durch eine baugleiche Ausführung, modulare, teilindustrielle Fertigung und Vergabe an Totalunternehmer.

In dem Beschlussvorschlag für den 2. Juli geht es um die Kitas an der Gothaer Straße in West und an der Bahnhofstraße in Hösel. Wenn alles nach Plan läuft, könnten beide Einrichtungen bereits 2026 in Betrieb gehen und dann die Versorgung mit Kita-Plätzen in Ratingen-West und Hösel deutlich verbessern.

Für die Gothaer Straße liegt das Baurecht bereits vor, da es sich bei der neuen Kita um den Ersatzbau für den maroden Altbau handelt. Allerdings wird diese Einrichtung um zwei Gruppen, also 50 Prozent, vergrößert. Für den Standort in Hösel im Bereich Bahnhofstraße/ Ludwig-Rosenberg-Straße muss noch ein Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden, was parallel zum Vergabeverfahren abgewickelt werden soll. „Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen wir aber davon aus, dass beide Baukörper in gleicher Weise errichtet werden können“, sagt Gentzsch. „Sollte sich im B-Plan-Verfahren aber noch Änderungsbedarf ergeben, können wir problemlos punktuell umplanen.“

Mit der weiteren Planung und dem Bau beider Kitas soll im Rahmen einer einzigen Ausschreibung ein Totalunternehmer beauftragt werden. Dabei will die Verwaltung nicht vorschreiben, welche Form des modularen Bauens genutzt werden soll, um auch dem Unternehmer weitreichende Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung einzuräumen. Am Ende erhofft man sich Einsparungen in Millionenhöhe und eine deutlich schnellere Umsetzung als bei herkömmlicher Beauftragung und Bauausführung.

Trotz angespannter Haushaltslage hat die Stadt von Anfang an deutlich gemacht, dass Zukunftsaufgaben wie Kitas und Schulen Priorität haben. Plätze sind jedoch nur die halbe Miete. Personal fehlt auch.

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