Tag der jüdischen Kultur Landesmuseum bietet Sonderführungen an

Ratingen · In den nächsten Tagen stehen zum Tag der jüdischen Kultur und zum Tag des offenen Denkmals im Oberschlesischen Landesmuseum gleich zwei Sonderführungen auf dem Programm.

 Zum Tag des Offenen Denkmals führt das Oberschlesische Landesmuseum durch die Ausstellung "Grenzgänger".

Zum Tag des Offenen Denkmals führt das Oberschlesische Landesmuseum durch die Ausstellung "Grenzgänger".

Foto: OSLM

() Anlässlich des Europäischen Tages der jüdischen Kultur am Sonntag, 3. September, lädt das Oberschlesische Landesmuseum zu einer Sonderführung ein. Frank Mäuer führt um 15 Uhr durch die Sonderausstellung „Jüdische Spuren. Von der Synagoge zum Bethaus in Beuthen“. Der Kostenbeitrag beträgt fünf Euro. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, ebenfalls um 15 Uhr, präsentiert David Skrabania die Architektur Oberschlesiens um 1922. Der Eintritt ist frei.

Die Sonderschau „Jüdische Spuren. Von der Synagoge zum Bethaus in Beuthen“ ist ein Kooperationsprojekt mit dem Oberschlesischen Museum in Beuthen (Bytom). Die Kabinettausstellung zeigt ausgewählte Objekte aus der eigenen Sammlung sowie – als Leihgaben aus Beuthen – Objekte aus dem aufgelösten Bethaus der jüdischen Gemeinde in Beuthen. Sie erinnert unter anderem an das blühende jüdische Gemeindeleben inmitten der Beuthener Stadtgesellschaft im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit dem Europäischen Tag der jüdischen Kultur, der seit 1999 jedes Jahr am ersten Sonntag im September begangen wird. Er wird mittlerweile in fast dreißig europäischen Ländern von jüdischen und nichtjüdischen Organisationen gemeinsam organisiert und soll dazu dienen, das europäische Judentum, seine Geschichte, Traditionen und Bräuche in Vergangenheit und Gegenwart besser kennenzulernen.

Der Rundgang am Tag des offenen Denkmals widmet sich der kunst- und baugeschichtlichen Entwicklung auf beiden Seiten der damals neu gezogenen Grenze zwischen Deutsch-Oberschlesien und Polnisch-Oberschlesien. Anhand von sechs 3 D-Modellen imposanter und repräsentativer Bauten, die zwischen 1922 und 1939 in der Region entstanden sind, wird deutlich, welche nationalpolitischen Ziele die jeweilige Seite mit ihren städtebaulichen Konzepten verfolgte. „Gerade die Erstellung der 3 D-Modelle war aufwendig und nervenaufreibend, da uns nur der Pfarrer der St. Josefskirche in Hindenburg (Zabrze) alte Pläne zur Verfügung stellen konnte. Von den anderen fünf ausgewählten Bauwerken hatten wir keine Bestandspläne, aus denen wir CAD-Zeichnungen erstellen konnten. Hier musste sich der Konstrukteur mit Informationen aus historischem Material und dem Internet behelfen“, erklärt Museumsdirektor Skrabania. Neugestaltung, Repräsentanz, Autonomie, Funktionalität – diese und weitere Aspekte werden während der Führung unter die Lupe genommen. Dem spannenden Feld architektonischer Rivalität ist im Katalog zur Ausstellung „Grenzgänger. Alltag in einem geteilten Land“ ein eigenes Kapitel gewidmet.

(RP )
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