Ratingen: Seniorinnen auf dem AWO-Laufsteg

Mode für Ältere : Seniorinnen auf dem AWO-Laufsteg

Über 30 Zuschauer waren der Einladung der Arbeiterwohlfahrt Angerland in Lintorf zu einer Modenschau der besonderen Art gefolgt.

Ein Laufsteg in einer Seniorenbegegnungsstätte ist sicherlich nicht alltäglich und darum ein besonderes Highlight im Veranstaltungskalender. Nun hatte die AWO Angerland in Kooperation mit dem Aktivtreff 60+ der evangelischen Kirche das Modemobil zu sich ins Haus geholt: Das ist ein mobiler Warenträger für Damen und Herrenbekleidung, der besonders auf die Belange von Senioren zugeschnitten ist und zu ihnen nach Hause kommt oder eben in eine Seniorenbegegnungsstätte.

„Mit einer Modenschau unter dem Motto ,Mode, die zu Ihnen kommt‘ möchten wir gemeinsam mit dem Aktivtreff 60+ das Fehlende nach Lintorf holen“, sagte Sabine Kempken von der AWO.  Die beiden Begegnungsstätten möchten mit ihren vielfältigen Angeboten den Senioren in ihrem Stadtteil das Leben ansprechender gestalten.

Völlig lässig schlenderten bei der Veranstaltung am Breitscheider Weg drei Models über den imaginären Laufsteg.  Sie hießen aber nicht Heidi Klum, Gisele Bündchen oder Kate Moss, sondern Renate Kaiser, Marion Wolffram und Margret Thurow. Sie sind auch nicht auf den internationalen Laufstegen zu Hause, sondern ganz „normale Seniorinnen“ aus den eigenen Reihen der AWO. Es gab auch keinen roten Teppich. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Über dreißig total begeisterte Zuschauer spendeten den Models viel Applaus.

Drei- bis viermal mussten sie sich bei der recht ungezwungenen Veranstaltung im Nebenraum umziehen. Und so manch eine von ihnen hat sicherlich ihren Beruf verfehlt, wie sie so über den Catwalk schlenderten, gekonnt die Jacke über die Schulter warfen oder die Zuschauer die Ware aus nächster Nähe anschauen ließen und auf unterhaltsame Art mit ihnen plauderten. Model Margret hat die Achtzig schon überschritten, war aber trotzdem gerne bereit, bei der Modenschau mitzumachen. „Ich bin offen für alles und es hat mit sehr viel Spaß gemacht“, sagte die rüstige Seniorin.

Ein klein wenig Modelluft konnte sie schon vor Jahren im Urlaub schnuppern, als sie dort Bademoden vorführte. „Die würde ich auch jetzt noch vorführen, da habe ich keine Probleme mit“, meinte sie lachend. Badeanzüge wurden jetzt aber nicht gezeigt, sondern Blusen, Westen, Twinsets und Schals aus der aktuellen Frühjahrs- und Sommerkollektion des Modemobils.

Im Anschluss an die höchst kurzweilige Schau konnten die zumeist weiblichen Besucher in der von Vertriebsleiter Lodewijk van den Biggelaar mitgebrachten Kollektion stöbern und das Portemonnaie zücken.

Denn man hatte praktischer Weise viel Einkaufsberatung. Die Besucher halfen sich gegenseitig bei der Anprobe, es wurde untereinander mit Gleichgesinnten diskutiert, welche Jackenfarbe besser ausschaut, ob die Hose nicht doch zu kurz ist, der Pullover zu weit oder welcher Schal geeigneter ist.

„Es war eine rundum gelungene Veranstaltung“, resümierte Besucherin Ingrid Ziglarski. Besonders gut gefallen hatte den Anwesenden die ungezwungene Stimmung. Die bekannten Gesichter sorgten für ein besonderes Flair.

„Außerdem war es einfach komfortabel, quasi daheim mit Gleichgesinnten einkaufen zu können“, lautete unsiono das Fazit des Nachmittags.

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