Ratingen: Schnell in die Welt — und den Stau

Postskriptum: Schnell in die Welt — und in den Stau

In Sachen schnelles Internet wird Ratingen langsam aus der Steinzeit geholt.  Auch für viele Freiberufler, die meist daheim arbeiten, ist eine flotte Anbindung existenziell. Leider bremst die örtliche Verkehrsinfrastruktur den Fortschritt wieder aus.

Wer sich selbst zu helfen weiß, ist meist in der besseren Lage. Seit vielen Jahren leidet Ratingen unter, gelinde gesagt, miserablen Anbindungen, was das Internet angeht. Man erinnert sich, dass es einst in Breitscheid-Nord mal ganz, ganz übel war: Dort mussten sich die Bits und Bytes durch einen einsamen Kupferdraht der Telekom quälen. Dann starteten die Stadtwerke dort ihr Pilotprojekt und staunten nicht schlecht über die Nachfrage.

Man geht dorthin, wo die Kunden sind und schon lange sehnsüchtig auf schnelles Internet warten. Selbst mitten in der Innenstadt war die Not groß. Bei der KomMITT, der Stadtwerke-Tochter, merkt man das: Wo ein Kabel verlegt wird, lassen sich sehr viele Bürger anschließen. Den Bedarf hatte die KomMITT schon zuvor ausgelotet. Bis 2021, so der Plan, ist Ratingen komplett mit einem Glasfasernetz überspannt.

Nicht nur für Unternehmen ist flottes Internet unerlässlich, auch für viele Betreiber eines Home-office muss der Anschluss in Wohngebieten gewährleistet sein. Auch das ist ein Standortfaktor, neben der guten Infrastruktur (zumindest um Ratingen herum) und der Nähe zu Düsseldorf, Köln und der Ruhrregion.

Die Ansiedlung von großen Unternehmen – nach Powell kommt wie berichtet nun auch ein Schweizer Unternehmen nach Ratingen – ist aber kein Selbstläufer. Wenn deren Mitarbeiter als Pendler wenige Meter vorm Büro bereits im Stau stecken bleiben, spricht sich das schnell herum. Keine gute Werbung für die Stadt.

joachim.preuss@rheinische-post.de

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