Autor ist gebürtiger Ratinger Ein Flip-Flop trifft ins Schwarze

Ratingen · Rüdiger Bertram faszinierte Jugendliche bei einer Autorenlesung in der Liebfrauenschule. Er stellte sein neuestes Buch mit dem Titel „Noch 300 km“ vor.

Rüdiger Bertram stellte in der Liebfrauenschule sein neues Buch vor.

Rüdiger Bertram stellte in der Liebfrauenschule sein neues Buch vor.

Foto: Liebfrauenschule

Der bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Rüdiger Bertram besuchte jetzt die Ratinger Liebfrauenschule und stellte den neugierigen Schülern der Jahrgangsstufe 6 sein neuestes Jugendbuch mit dem Titel „Noch 300 km“ vor.

„Die Idee für mein Buch bekam ich am Strand. Ich sah einen Rollstuhlfahrer und fragte mich, wie sich wohl jemand fühlt, der am Strand in einem Rollstuhl sitzt“, erklärte der Autor den faszinierten Jugendlichen die Idee für sein Buch. Bertram startete mit ganz persönlichen Worten und tauchte anschließend mit den jungen Zuhörern ein in die Geschichte des zwölfjährigen Protagonisten Carl, der seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt und während seines Ostseeurlaubs die gleichaltrige Fee kennen lernt, deren Flip-Flop Carl am Kopf trifft. Ab diesem Moment beginnt eine Freundschaft, die mit viel Tiefe rund um das Thema Inklusion rasant und dennoch einfühlsam dargestellt wird.

Rüdiger Bertrams lockere, offene und schülernahe Art sowie sein lebendiger Schreibstil schafften eine ganz besondere Atmosphäre in der Aula der Liebfrauenschule, in der man spüren konnte, dass der sympathische Carl und die nicht weniger sympathische – aber etwas freche und direkte – Fee den Zuhörern direkt ans Herz wuchsen.

Bertram verriet zudem, dass das bereits von ihm fertiggestellte Drehbuch für seinen Roman „Nur 300 km“ kurz vor der Verfilmung steht – und das nur zwei Jahre nach der äußerst erfolgreichen Verfilmung seines Romans „Der Pfad“, der unlängst in den Kinos zu sehen war.

Zum Abschluss seiner Lesung durfte das Publikum dem Autor Fragen stellen, deren Mix bunter nicht sein konnte. Von sehr persönlichen, bis hin zu einer Vielzahl von tiefsinnigen Fragen, rund um die Gedanken und Gefühle der Protagonisten, war alles dabei.

Im Gegenzug verriet der in Ratingen geborene Schriftsteller auch ein paar Geheimnisse aus seiner Jugendzeit. Mit leuchtenden Augen verfolgten die LFS-Kids seine Erlebnisse, wie er einst als Schüler der Friedrich Ebert-Realschule vor dem langen schmiedeeisernen Zaun gestanden habe, der das Schulgelände der LFS Ratingen von der Schwarzbachstraße trennte. „Es war ein echte Mutprobe, sich gemeinsam mit Freunden unerkannt auf den Schulhof der Liebfrauenschule zu schleichen, um aus kurzer Distanz während der Pausen ein paar sehnsuchtsvolle Blicke auf die Mädchen zu werfen“, berichtete Bertram schmunzelnd.

Zu jener Zeit war die LFS Ratingen noch eine reine Mädchen-Realschule unter dem strengen Regiment von Nonnen des katholischen Liebfrauenordens. „Aber wehe, man ließ sich von Rektorin Schwester Bonifaza erwischen. Dann drohte ein Satz heißer Ohren“, schilderte Bertram unter dem Raunen seiner Zuhörer.

Am Ende der Veranstaltung lud der Büchertisch der Altstadtbuchhandlung Ratingen die Schüler zum Kauf seines im Verlag cbj erschienenen Romans ein, der anschließend natürlich vom Autor persönlich signiert wurde.

(RP)
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