1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Ratingen: Projektentwickler will Projekt Rehhecke der Öffentlichkeit vorstellen.

Wohnen und Gewerbe in Ratingen-Lintorf : Neubau-Projekt für 300 Millionen Euro

Die Wohnkompanie hat das Verkehrsproblem der Rehhecke fest im Blick und sieht auch Chancen für den Stadtteil.

Die ersten Nachrichten zum geplanten großen Wohn- und Gewerbeprojekt an der Rehhecke haben für Aufregung gesorgt. Vor allem unter Verkehrsaspekten sieht man die Ansiedlung von etwa 1.300 Wohnungen sowie Gewerbe im Autobahndreieck sehr kritisch. Ohne eine gesicherte Lösung der seit Jahren bestehenden Verkehrsprobleme vor Ort werde die CDU nicht zustimmen, ließen gestern Stadtverbandsvorsitzender Patrick Anders und CDU-Ratsherr Oliver Thrun verlauten.

Gerd Kropmanns, Geschäftsführer des Projektentwickler Wohnkompanie NRW, wunderte sich über den offenbar geringen Informationsstand über dieses Projekt in der Stadt: Die Lösung des Verkehrsproblems sei eine der Grundvoraussetzungen, um überhaupt Planungsrecht zu bekommen. Gemeinsam mit der Stadt (die ebenfalls an einem Konzept arbeitet) werde man das Verkehrskonzept erstellen. Die daraus resultierenden Ertüchtigungen in der Infrastruktur bedeuteten auch eine Chance für den gesamten Stadtteil, sagte Kropmanns.

Man sei gerne bereit, das Projekt der Bürgerschaft vorzustellen – so wie in anderen Städten auch. Kropmanns verwies auf ähnliche Projekte der Zech-Gruppe: Man müsse die Bürger von Anfang an mitnehmen, im weiteren Verfahren sei eine Bürgerbeteiligung ohnehin vorgeschrieben.

  • Der Verkehr in Lintorf nimmt weiter
    Wohnen : Lintorf bekommt 1300 neue Wohnungen
  • Alexander Oelze will seinen Teil zu
    Ratingen : „interaktiv“ gegen besten Keeper der Liga
  • Mehmet Aydemir.⇥RP-Foto: Blazy
    Fußball : SSVg Heiligenhaus entlässt Trainerduo

Das Video auf der Facebookseite der Wohnkompanie, an dem sich der Zorn einiger Bürger entzündet hatte, sei ein „Fehler“ gewesen, bedauerte Kropmanns. Es sei ursprünglich für die Expo Real in München gedacht gewesen, um „die Leistungsfähigkeit des Unternehmens“ darzustellen. Es ist von der Seite gelöscht und gegen ein anderes Video ausgetauscht worden.

Das Thema Lärm werde selbstverständlich angegangen, sagte Projektentwicklerin Maike Krallinger. Eine Lärmschutzeinrichtung entlang der beiden Autobahnen werde nötig sein, in welcher Form auch immer. Darüberhinaus solle das Gewerbegebiet mit seinen Gebäuden später einen zusätzlichen Lärmschutz zu den Autobahnen bilden.

Bedarfe für Wohnungen sind bekanntlich vorhanden, doch beim Gewerbe sieht es teilweise anders aus. Die Ausweisung für Gewerbe (insgesamt drei Hektar Grundstückfläche) sei eine Forderung von Bürgermeister Klaus Pesch und des Beigedordneten Jochen Kral gewesen, sagte Kropmanns. Konkret seien ihm noch keine Ansiedlungswünsche bekannt.

Bereits sei 2013 sei man bei diesem Grundstück mit im Boot: seinerzeit dachte Vodafone über eine Erweiterung zum Campus nach. Daraus wurde bekanntlich nichts, dennoch plane Vodafone einen Erweiterungsbau im Gewerbe-Riegel, und eventuell ein Blockheizkraftwerk, um von der Stromversorgung unabhängiger zu werden. Besitzer des Grundstückes sei Vodafone, man unterschreibe den Kaufvertrag, sobald der Feststellungsbeschluss vorliege. Dann könne man loslegen.

Die Projektkosten bezifferte Kropmanns auf etwa 300 Millionen Euro: Dank hoher Eigenkapitalquote bekomme man günstige Zinsen, und auch um die Ausführung mache man sich trotz des Arbeitskräftemangels in der boomenden Baubranche keine Sorgen: Die Zech-Gruppe als „größter Projektentwickler Deutschlands“ arbeite mit eigenen Firmen: Von der Bodensanierung über den Bau bis hin zur Verwaltung decke man die gesamte Baubranche ab.

Wie anderswo wolle man in Lintorf in Bauabschnitten arbeiten: Sind die Orderbücher annähernd gefüllt, geht’s an den Nächsten. Damit bleibe man auch flexibel, was beispielsweise den Wohnungsmix angehe. Das Angebot richte sich vor allem an Familien, aber auch an Singles. Geplant seien Eigentums- und Mietwohnungen sowie öffentlich geförderter Wohnungsbau. Etwa zehn bis zwölf Jahre müsse man bis zur Vollendung rechnen, meinte Kropmanns.