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Ratingen: Nach dem Abriss des Hertie-Hauses sollen die Wallhöfe entstehen. Quartiersgarage für 259 Autos.

Bauen : Neue Wallhöfe am Fuß der Altstadt

Nach dem Abriss des Hertie-Hauses entsteht ein neues Großprojekt mit einer Quartiersgarage für 259 Autos.

Noch steht das alte Hertie-Haus, doch die Tage sind gezählt: Nach dem Erwerb der Schrott-Immobilie durch die Stadt ist der Weg frei für Abriss und Neubau der „Wallhöfe“ mit Wohnungen, Gewerbe und Einzelhandel sowie eine neue städtische Tiefgarage entlang der Wallstraße. Der drei Zentimeter starke Antrag zur Änderung des Bebauungsplans wurde soeben auf seine Reise durch die Gremien geschickt. Die „Wallhöfe“ bestehen aus mehreren Wohn- und Geschäftsgebäuden und sollen den jüngst modernisierten Zentralen Omnisbus-Bahnhof (ZOP) am Düsseldorfer Platz mit einer Art Boulevard an die historische Innenstadt anschließen. Die Firma Tecklenburg Projektentwicklung will das komplette Vorhaben realisieren.

Der Abriss des ehemaligen Kaufhauses war ursprünglich bereits fürs vergangene Jahr geplant gewesen. Doch Grabungen des LVR-Amtes für Denkmalpflege auf der Suche nach Resten der Stadtmauer verzögerten den Anmarsch der Bagger. Nun sollen die Stadtmauer nicht überbaut werden und der Graben-Charakter wiederhergestellt werden.

Die städtische Tiefgarage neben der Wallstraße soll mit in das Bebauungsplanverfahren einbezogen werden: Damit wäre auch der erforderliche Stellpatznachweis für Wohnungen und Handel erbracht. Mit dem Investor erarbeitet die Stadt eine Variante, die vorsieht, die obere Ebene als sogenannte Quartiersgarage auszubauen: Dazu sollen die meisten Stellplätze mit sogenannten Doppelparkern ausgestattet werden: Damit können über ein einfaches Hubsystem zwei Fahrzeuge übereinander geparkt werden. So soll die Zahl der Stellplätze von etwa 185 auf bis zu 259 erhöht werden. In der Quartiersgarage sollen etwa 70 Plätze für die Wohnungen sowie bis zu 96 Stellplätze für Anwohner und Beschäftigte im Nahbereich vorgesehen werden.

Hintergrund: Ursprünglich waren nur 185 Stellplätze geplant. Das Verkehrs- und Mobiltätsgutachten fordert aber 221 Stellplätze, die Landesbauordnung 258. Mehr als 185 passten aber nicht aufs Grundstück, und eine weitere Tiefebene hätte teure Arbeiten im felsigen Untergrund erfordert. Mit den Doppelparkern könnte das Problem gelöst werden, so die Stadt. Auf der Tiefgarage soll wieder eine Parkanlage entstehen.

Insgesamt sollen in mehreren Gebäuden, die in der Höhe der Altstadt angepasst werden, in den oberen Geschossen etwa 70 Wohnungen sowie im Erdgeschoss Einzelhandelsflächen geschaffen werden. Insgesamt ist eine Verkaufsfläche von etwa 5.100 Quadratmetern geplant, unter anderem ein Lebensmittelvollsortimenter und einen Elektronikfachmarkt. Edeka Kels will den Supermarkt führen, der Elektroniker steht noch nicht fest. Die Geschäft sollen alle über den Boulevard erschlossen werden. Bei der Stadt und beim örtlichen Einzelhandel hofft man auf eine Sogwirkung in die fußläufige Altstadt: Bislang ist der Bereich zwischen ZOB und Eingang zur Fußgängerzone wenig einladend. Seit vielen Jahren wurde immer gefordert, gerade diesen Bereich als Tor zur Stadt herzurichten.

Insgesamt sollen vier großflächige Ankermieter angesiedelt werden, darunter eben der Elektronik-Fachmarkt sowie Edeka Kels. Der Lebensmittelmarkt entsteht im Erdgeschoss, die drei weiteren Flächen im Untergeschoss. Die kleinteiligeren Ladenlokale sowie Gastro-Angebote sollen entlang des Boulevards angesiedelt werden.

Gerade großflächige Einzelhandelsflächen fehlen in der Innenstadt, die oftmals historische Bausubstanz und die Besitzverhältnisse verhinderten bislang die Schaffung größerer zusammenhängender Flächen.