1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Ratingen: Müll an Parkbänken

Freude über neue Sitzbänke durch Müll getrübt : An Sitzbänken sammelt sich Müll

Die Freude über neue Sitzgelegenheiten in der City wird durch Abfall getrübt. Papierkörbe fehlten, mahnt die CDU.

Über neue Sitzbänke freuen sich Bürger und Politik gleichermaßen. Doch wo Menschen verweilen, wird oft auch auch Müll produziert. Brötchentüte, Bananenschalen, Zigaretten, Kaugummi, Bonbonpapier: Das hat man bei der Aufstellung neuer Bänke im Stadtgebiet vielleicht geahnt, aber keine Vorkehrung getroffen. Mit Blick auf unschöne Entwicklungen an den neu aufgestellten Bänken, um die besonders Senioren so lange gekämpft haben, fordern Klaus Weber und Wolfgang Diedrich (beide CDU) von der Stadt eine Nachbesserung. Auf der Bahnstraße beispielsweise hätten Anwohner bereits Dosen weggeräumt, die neben der neuen Bank gelegen hätten.

Hintergrund: Die Stadt Ratingen setze seit 2014 im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Stadtumbau West“ sukzessive Stadterneuerungsmaßnahmen um, die dem Leitbild des Integrierten Handlungskonzeptes Ratingen-Zentrum „Generationen gerechte Stadt“ entsprechen, so Diedrich. Für zahlreiche Projekte erhält dafür die Stadt Investitionszuschüsse. Zum Thema „Steigerung der Aufenthaltsqualitäten für Jung und Alt“ in der Innenstadt gehörte in den vergangenen Tagen zur großen Freude der Bürgerschaft das Aufstellen von 20 Sitzbänken an ausgewählten Standorten im Altstadtbereich und auf wichtigen Verbindungsachsen.

Im Innenstadtbereich wurden mittlerweile bereits alle Sitzbänke der Modelle Alt-Berlin und des altstadtgerechten Modells Alt-Kopenhagen durch das Amt für Kommunale Dienste aufgestellt. In Kürze werden noch Jugendbänke und Rundbänke folgen.

Allerdings seien an den neuen Stadtorten bisher keine zusätzlichen Abfallbehälter montiert worden. Dies führt nach Aussage von Wolfgang Diedrich, dem Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Ratingen-Mitte, vermehrt zu Bürgerbeschwerden, da an einzelnen Standorten der Müll einfach zurückgelassen wird. „Das Phänomen ist bekannt“, bestätigt Klaus Weber als umweltpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion. Bei aller Freude über die neuen Bänke muss auch über die zusätzlichen Müllbehälter an einzelnen Stadtorten nachgedacht werden, sofern in kürzerer Entfernung kein Abfallbehältnis erreichbar ist.“

Diedrich ergänzt: „Wir werden die Angelegenheit im Auge behalten und die Stadtverwaltung um einen Erfahrungsbericht bitten. Danach werden dann entsprechende Anträge folgen.“

Ob Papierkörbe oder sogar die modernen, mit Solar-Energie betriebenen Hight-tech-Mülleimer wirklich Abhilfe schaffen, ist aber fraglich: Direkt neben einer Bank am Bahnhof Hösel steht ein solcher Müllschlucker - doch der Bereich wird stets aufs Neue vermüllt. Immerhin wurde dort neulich aufgeräumt.

Zusätzliche Sitzbänke in der Innenstadt, aber auch an den Wegen aus den Wohnvierteln wie Calor-Carré werden schon seit Jahren gefordert. Besonders Senioren beklagten sich in der Vergangenheit immer wieder darüber, dass Wege in die Innenstadt, um Einkäufe oder Arztbesuche zu erledigen, oft zu lange seien: Es gebe kaum eine Sitzgelegenheit zum Ausruhen.

Nun wurden Bänke aufgestellt, nicht nur in der Innenstadt, sondern auch auf den wichtigen Verbindungsachsen wie der Mülheimer Straße, Hochstraße, Bahnstraße, Graf-Adolf-Straße und Calor-Emag-Straße.

Aber noch fehlen Sitzgelegenheiten, zum Beispiel in Ost. Die SPD nahm sich zuletzt im Mai dieses Themas an: In Ratingen Ost wohnen viele ältere Menschen. Durch die Eröffnung der Seniorenwohnanlage an der Eisenhüttenstraße habe sich diese Zahl noch erhöht. Aus dem Kreis der Senioren in Ratingen Ost sei der Wunsch an die SPD herangetragen worden, gerade im ansprechend gestalteten Grünzug im Eisenhüttengelände doch mehr Bänke aufzustellen: „Außer zwei Bänken am Spielplatz am Arnold-Dresen-Weg gibt es im gesamten Grünzug keine Sitzmöglichkeiten.“ Die Verwaltung möge bitte nachbessern.