Ratingen-Lintorf: Die Festzeit der Gemeinde St. Anna zum 50-jährigen Bestehen beginnen am 11. Mai mit einer Messe plus anschließendem Empfang.

50 Jahre St. Johannes in Ratingen-Lintorf : Kirche St. Johannes feiert Weihejubiläum

Die Festzeit der Gemeinde zum 50-Jährigen beginnen am 11. Mai mit einer Messe plus anschließendem Empfang.

(RP) Das 50-jährige Weihejubiläum der Lintorfer Kirche St. Johannes feiert die Pfarrgemeinde St. Anna mit einem vielfältigen Programm, das in mehreren Veranstaltungen Information und Rückblick, Gottesdienst und Besinnung, Feier und Unterhaltung bietet. Es soll nicht nur an die Baugeschichte erinnern, sondern auch den Blick auf die Entwicklung des Gemeindelebens in, mit und um die Kirche lenken.

Die Festzeit beginnt am Samstag, 11. Mai, um 17 Uhr mit einer festlichen Messe und anschließendem Empfang. Zwei Programmpunkte seien besonders erwähnt: Für Samstag, 1. Juni, sind alle heimatkundlich Interessierten ab 15:30 Uhr zu einem Nachmittag und Abend der Erinnerungen mit Fotos, Filmen, Gesprächen eingeladen, eigene Fotos und Erinnerungen der Gäste sind willkommen.

Ein Höhepunkt werden die beiden Aufführungen des Kindermusicals „Die Mäuse in der Johannes-Orgel“ am 22. und 23. Juni, jeweils um 16 Uhr sein. In einer Festschrift sind einige historische Berichte und Erinnerungen zusammengestellt, sie kann bei den Veranstaltungen erworben werden kann. Das weitere Programm ist auf der Internetseite-Seite der Gemeinde zu finden: www.st-anna-ratingen.de.

50 Jahre mögen für eine Kirche eine kurze Zeit sein, dennoch spiegelt die Geschichte von St. Johannes einige wichtige Entwicklungen in Lintorf und in der katholischen Kirche wider. In den 1950er Jahren war Lintorf eine kleine Stadt mit etwa 6.000 Einwohnern. Mehrere Einflüsse ließen die Bevölkerung schnell wachsen (heute als Ratinger Stadtteil 15.000 Einwohner): Zuzug von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Ansiedlung einiger Industriebetriebe, die verkehrsgünstige Lage in der Nähe des Breitscheider Kreuzes, ein großes Angebot an Bauflächen und die Attraktivität als kleinstädtischer Wohnort in der Nachbarschaft großer Städte.

Bald zeichnete sich ab, dass die alte Kirche St. Anna im Zentrum von Lintorf nicht mehr ausreicht. Im Norden des Stadtteils wurde die Kirche St. Johannes errichtet. Am 7. Juni 1969 übergab Weihbischof Dr. Augustinus Frotz in einer festlichen Weihehandlung das Gebäude seiner Bestimmung, ein Ort für Gebet und Gottesdienst in Verbundenheit mit der ganzen katholischen Kirche zu sein.

Das Kirchengebäude mit seinem rechteckigen Grundriss und dem freistehenden Glockenturm spiegelt das Erscheinungsbild des damals zum Teil noch bestehenden Betriebsgebäudes der Lintorfer Zeche und erinnert so an den Bleibergbau, einen früher bedeutenden Wirtschaftszweig in Lintorf. Patron der Kirche ist der heilige Johannes Maria Vianney (1786-1859), der als Pfarrer von Ars (Südfrankreich) wirkte und vor allem als Beichtvater europaweit bekannt wurde.

In den folgenden Jahren wurde die Kirche durch einen Kindergarten und ein Pfarrzentrum ergänzt, unter anderem mit einer Kegelbahn und einem Schießstand für die Schützen. So standen günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines regen Gemeindelebens zur Verfügung, für Jugendarbeit, Gesprächsabende, Bildungsveranstaltungen.Damit konnten Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgegriffen werden, die einzelnen Gemeindemitglieder stärker eigenständig in den Gemeindeaufbau zu integrieren. Ein Gesprächsabend im Festprogramm wird sich mit der Frage nach der weiteren Zukunft auseinandersetzen.

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