Ratingen: Liebfrauenschule feiert den Advent

Zwei Konzerte : Liebfrauenschule feiert den Advent

„Stille“ – das war das schlichte Motto des großen Weihnachtskonzerts. Die Schüler erfüllten es mit Leben.

Das ist schöne Tradition: Wie in den vergangenen Jahren, so fand auch in diesem Jahr wieder das traditionell große Weihnachtskonzert der Liebfrauenschule an zwei Abenden in der vollbesetzten St. Suitbertuskirche statt. Es ist jedes Jahr ergreifend, wenn die über 200 Jungen und Mädchen, festlich gekleidet, mit brennenden Kerzen in Händen, durch das abgedunkelte Kirchenschiff ziehen, um ihre festgelegten Plätze im Chor oder Orchester einzunehmen. Dabei erklangen als Echo-Chor: „Hamba, hamba ni kahle, das Licht erleuchte die Nacht!“

Schulleiter Christoph Jakubowski begrüßte das Publikum herzlichst und erklärte das Thema des diesjährigen Konzerts, das da lautet „…Stille“, sie ist die Grundlagen jeder Besinnung und tritt in den weihnachtlichen Gesängen immer wieder in Erscheinung.

So begann der Unterstufenchor auch mit den beiden Liedern: „Still senkt sich die Nacht hernieder“ und Advent heißt stille sein“. Es ist herzergreifend, mit welcher Frische und Begeisterung der Nachwuchschor seine Lieder vortrug.

Die bis dahin still lauschende Gemeinde sang nun ihrerseits: „Wir sagen euch an den lieben Advent“. Die Filmmusik: „Wo bist du Weihnachten (Where are you christmas)“ in der Adoption für Blockflötenorchester von R. Butz spielte dann unter der Leitung von Johanna Kämmerer eindrucksvoll das Blockflötenquartett.

Dem folgenden Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel, vom Kammerorchester gespielt, fehlte, da ohne Dirigent musiziert, etwas die Genauigkeit. Nach dem zweiten Gemeindelied: „Macht hoch die Tür“ präsentierte sich der Kammerchor. „Hör in den Klang der Stille“ und „in the bleak midwinter (Mitten im kalten Winter)“ wurden von André Schürmann einfühlsam dirigiert und vom Chor a cappella lupenrein vorgetragen.

Der Ehemaligenchor „Echo“ sang das berühmte „Gloria“ von Antonio Vivaldi sowie „Somewhere in my memory (Irgendwo in meinem Gedächtnis)“ von John Williams in hervorragender Artikulation und großartiger Ausstrahlung.

Noch einmal war das Blockflötenquartett zu hören, wobei die Bezeichnung sich nicht wie sonst üblich nach der Zahl der Musiker richtet, sondern nach den vier verschiedenen Stimmungen der Flöten: Sopran, Alt, Tenor und Bassflöte. Auch dieses Potpourri amerikanischer Weihnachtslieder im Arrangement von R. J. Autenrieth entzückte das Publikum nachhaltig. Einige Liedvorträge wurden von Ute Klein äußerst professionell am Klavier begleitet.

Große Bühne für das große Sinfonieorchester war nun angesagt. Die berühmte Filmmusik aus dem Weihnachtsfilm: „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von K. Svoboda zelebrierte die musikalische Leiterin Julia Leers nahezu perfekt, so dass der Zuhörer sogleich den Film vor seinem geistigen Auge miterlebte. Der folgende „Blumenwalzer“ aus dem Nussknacker von Peter Tschaikowsky war nicht ganz so einfach in seiner Ausführung. In dieser Edition als „Langsamer Walzer“ jedoch eine erfolgreiche Programmbereicherung.

Eine Schlussmeditation, um den Kreis zur „Stille“ wieder zu schließen wurde mit dem Lied: „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“ und „Stille Nacht“, das in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise mit Harfe und Flöte gespielt wurde, wobei der Harfenistin Nike Daniels ein besonderes Lob für ihr eindrucksvolles Solospiel ausgesprochen werden muss. Auch das Publikum hatte die Möglichkeit, das berühmteste Weihnachtslied der Welt mitzusingen und um zur Ausgangs-Stille wieder zurückzukehren, die letzte Strophe leise zu summen. Es gab viele Blumensträuße und jubelnden Applaus.