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Ratingen: Leerstand in der Wallpassage nimmt zu

Ratingen : Leerstand in Wallpassage verschärft sich

Während noch über das Wohn- und Geschäftshausprojekt Wallhöfe diskutiert wird, herrscht nebenan gähnende Leere.

Während die Diskussion um das Wohnbau- und Einzelhandelsprojekt Wallhöfe an Fahrt aufnimmt, bahnt sich nebenan in der Wallpassage weiterer Leerstand an. Die Gastronomie, die noch für Zulauf sorgt, schließt Ende Oktober. Chefin Carmen Hecht will sich nach dem Tode ihres Mannes mehr Zeit für sich gönnen, wird aber ihren Gästen auch weiterhin zur Verfügung stehen: Ab November wird man sie im Bahnhof Hösel wiederfinden. Die seit längerem leerstehenden Räume werden derzeit renoviert und zum „Prinzenbahnhof“ herausgeputzt.

Wenn die Gastronomie schließt, dürften noch weniger Leute den Weg in die Passage finden. Der Leerstand am Rande der Altstadt wird immer offensichtlicher und wird sicherlich als ein Argument gegen die Größe der geplanten Einzelhandelsflächen in den Wallhöfen dienen. Das chinesische Restaurant, das ziemlich versteckt in der ersten Etage lag, gibt es schon seit langer Zeit nicht mehr.

Die Gastronomie sorgt zumindest in der Passage noch für den „Lauf“. Findet sich kein Nachfolger, dürfte es einsam werden. Neben der Demenz-Initiative, einem Friseur und einem Bio-Laden  hat unter anderem dort die Stadtwerke-Tochter KomMITT ein Info-Lokal. Von KomMITT-Geschäftsführer Friedrich Schnadt hieß es zur Zukunft des Standortes kurz und knapp: „Wir beobachten die Entwicklung. Entsprechende Entscheidungen ergehen zu gegebener Zeit.“

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Immobilienmakler Stefan Schneider hat derzeit zwei Ladenlokale im Angebot, allerdings an der Außenseite. Es gebe Interessenten, doch der Eigentümer achte auch auf die Qualität der Pächter. Die Wallhöfe könnten durchaus auch eine Chance für die Passage sein, sagte er. Das Problem der Passage sei, dass man nicht hindurch müsse, wenn man auf dem Weg in die City sei. Überhaupt sei es für den Einzelhandel schwer, sich abseits des „Hauptlaufes“ wie Oberstraße und Düsseldorfer Straße zu etablieren. Solche Passagen seien ein Relikt der 80er- und 90er Jahre. Nicht auf Kundenströme angewiesen ist dagegen Fahrlehrer Tamer Kacemer. Er betreibt an der Wallstraße eine Filiale seiner Neandertal-Fahrschule und will an dem Standort bleiben.

Beim Werbering City-Kauf betrachtet man die Entwicklung mit Sorgen. Vorsitzender Bernd Schultz denkt vor allem an die Wallhöfe. Es verweist auf eine ähnliche Passage, die 1993 im niederrheinischen Kevelaer eröffnet wurde, in dem sich kaum noch Geschäfte befinden und das zum Gesundheitszentrum mutiert. Schon jetzt sei es in Randlagen, eben abseits vom „Hauptlauf“, schwierig, selbst große Ladenlokale zu vermieten.

Daran sei letztlich auch das Projekt Kirchgasse gescheitert, so Schultz: Niemand habe sich für die Einzelhandelsfläche interessiert. Nun ist dort ein Parkplatz eingerichtet worden.