Ratingen: Kunstrasen für alten Sportplatz an der Schwarzbachstraße

Ratingen : Neuer Belag für alten Sportplatz

Die Anlage an der Schwarzbachstraße könnte einer neuen EU-Richtlinie unterliegen.

Was hat eine mögliche Richtlinie der Europäischen Union (EU) mit dem alten Platz an der Schwarzbachstraße zu tun? Eine ganze Menge! Der Rat hat die Sanierung des Sportplatzes ja bereits beschlossen. Unter anderem wird der alte Tennenbelag durch Kunstrasen ersetzt. Zwischenzeitlich mehren sich aber die Anzeichen, dass die EU das Mikroplastikgranulat, das gemeinhin als Füllmaterial auf Kunstrasenplätzen verwendet wird, verbieten wird.

Also musste die Verwaltung vorsorglich eine Alternative für künftige Sportplatzsanierungen finden und stieß dabei auf Rundkornsand. Dieser zeichnet sich, wie der Name schon sagt, durch seine glatte Oberfläche aus, wodurch das Verletzungsrisiko minimiert wird. Andere Städte hätten mit diesem Material gute Erfahrungen gemacht, betonte die Verwaltung.

Der Rat stellte die erforderlichen Mehrkosten in Höhe von rund 50.000 Euro nun bereit. Bereits bestehende Anlagen sind von dem drohenden Verbot bis auf Weiteres nicht betroffen.

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hatte mit ihrem Gutachten über die Umweltbelastung durch Granulat auf Kunstrasenplätzen für Aufsehen gesorgt und die Debatte ins Rollen gebracht.

Und man hat angekündigt, Mikroplastikteile drastisch verringern zu wollen. Obwohl eine entsprechende Richtlinie konkret erst 2021 verabschiedet wird, hat sich die Stadt Ratingen bereits jetzt mit anderen Füllstoffen beschäftigt.

Um den Kunstrasen nutzen zu können, brauchen Sportler die sogenannte Füllung. Sie dämpft und schützt Spieler vor Verletzungen. Auf jedem Quadratmeter landen im Schnitt fünf Kilo Gummigranulat – auf einem Fußballplatz liegen etwa 35 Tonnen. Das Granulat muss immer wieder nachgefüllt werden, um Löcher zu stopfen, weil Wind, Regen und Reinigungsmaschinen die Substanz zwischen den Halmen heraus lösen und in Gewässer und auf Felder tragen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts haben in einer Studie festgestellt: Sportplätze mit Kunstrasen sind eine der größten Quellen von Mikroplastik. In Deutschland seien sie pro Jahr für geschätzt bis zu 10.000 Tonnen Mikroplastik in der Umwelt verantwortlich. Grund genug, dass die Europäische Chemikalienagentur verstärkt über diese gravierende Belastung nachdenkt.