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Ratingen: Kunden bleiben dem Wochenmarkt treu

Trotz Corona : Kunden bleiben dem Wochenmarkt treu

Das Einkaufen während der Corona-Pandemie hat sich auf dem Marktplatz eingespielt. Die Maskenpflicht wird von Händlern und Ordnungsdienst gleichermaßen kontrolliert.

Solange man sich während der Pandemie primär Gedanken darüber macht, wie’s denn um den Urlaub steht, so lange sind wir noch nicht verloren. Zum Beispiel im Hinblick auf die Versorgung. Der Wochenmarkt in der Innenstadt ist ein überdimensionierter, aerosol-armer Freiluft-Supermarkt, der all das in frischer Form anbietet, was man zu mehr als zum (Über)Leben braucht: Fisch und Fleisch, Wurst, Käse, Eier, Milch und Milchprodukte, Brot, Kuchen, Obst, Gemüse. Dazu verfeinerte Köstlichkeiten wie Dips und Brotaufstriche, Plätzchen und Kleingebäck und natürlich Blumen und Pflanzen.

Wer seine Kreise ein wenig ausweitet, kann alles für Schönheit und Gesundheit, kann Klamotten, Tabak, Zeitungen und Bücher sowie Euros aus dem Automaten beschaffen. Die Einschränkung: Masken im Gesicht.

Inzwischen haben sich die anfänglichen Widrigkeiten eingespielt; die Stände der Markthändler werden immer mal wieder ein bisschen verschoben – haben aber auch ihre ganz eigenen Markierungen in Form von Kreidestrichen oder Kisten installiert, die Verkäuferinnen und Verkäufer weisen inzwischen auch die letzten Kunden darauf hin, das Maskenpflicht besteht. Und auch die Ordnungsamts-Mitarbeiter tun das; vor allem mit der Möglichkeit, Fehltritte mit Strafen zu belegen- Inzwischen stellen die meisten der Händler fest, dass das Geschäft nicht wirklich eingebrochen ist. Im Gegenteil.

Allerdings kommen die Kunden, die früher schnell einkaufen wollten und deshalb zu den frühesten Besuchern gehörten, inzwischen zu späteren Zeiten. Weil nämlich diejenigen, die eigentlich später kamen, jetzt früh den Markt bevölkern. Die kommen jetzt schon um 8 Uhr und früher mit dem Gedanken „wahrscheinlich ist noch keiner da.“ Etliche Kunden bringen ihren älteren Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn Lebensmittel mit, was man auch an mehreren Einkaufszetteln erkennt. Und alle sind eilig und viele sind, bei aller Liebe, gereizt. Da liegt es an den Verkäuferinnen und Verkäufern, mit Güte und Nachsicht ihren Job zu machen. Aber auch diese Richtung fällt unter die Weisheit „wie man in den Wald hinein ruft…“.

Ein richtiger Ratinger Marktbesucher packt sich eigentlich nicht nur den Korb voll und hechelt dann wieder nach Hause, sondern versammelt sich gern in kleinen Grüppchen zum Kamellen. Wartende Marktbegleiter finden sich an Gabis Stand auf einen Kaffee ein, während die Partnerin Einkäufe macht. Das ist alles nicht mehr möglich. Und das macht keine gute Laune.