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Ratingen. Knatsch um wilde Müllkippe

Anwohner-Ärger : Knatsch um wilde Müllkippe an der Behringstraße in West

Carmen Joch ist nachhaltig sauer: „So etwas wie in den vergangenen Wochen habe ich in 40 Jahren hier nicht erlebt“, sagt die Anwohnerin der Behringstraße in West. Der Grund für ihren Ärger – und den der Nachbarn – ist unübersehbar.

Auf einem Parkplatz in direkter Nähe breitet sich nach ihren Worten „seit Wochen eine wilde Müllkippe immer mehr aus. Inzwischen wird hier schon bei Tag Sperrmüll abgekippt, außerdem liegen Farbeimer und Essensreste herum. Und es laufen hier inzwischen tagsüber auch Ratten über die Straße“. Und der Wind habe schon Plastikfolien in ihren Gartenteich geweht.

So klar der Befund, so unklar die Folgen. Denn wo auch immer die Anliegerin Hilfe suchte, kam sie zu keinem Ergebnis. Einer der Gründe: „Die Stadt hat mir mitgeteilt, es handele sich um ein Privatgrundstück, man können nicht ohne weiteres etwas unternehmen.“

Das bestätigte die Verwaltung auf Anfrage. Zugleich schildern die Kommunalen Dienste, was in solchen Fällen geht und was nicht. „Hauptargument für das Eingreifen seitens der Stadt wäre eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und natürlich eine Gefahr für Leib und Leben.“ Dies treffe im geschilderten Fall aber nicht zu, Sperrmüll und möglicherweise ein paar Ratten „reichen“ für ein Eingreifen nicht aus. „Zudem befinden sich die Ablagerungen nicht dort, wo Passanten zwangsläufig entlang gehen“, hieß es weiter auf Anfrage.

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Was die Kommunalen Dienste aber aus Gründen des Services und der Fürsorgepflicht ihren Bürgern gegenüber tun, ist, den Eigentümer – wegen der schnellen Informationsübermittlung in der Regel per Mail – anzuschreiben und um unverzügliche Entfernung zu bitten. Dies sei im Fall Behringstraße bereits geschehen.

Über den Einzelfall hinaus machen wilde Müllkippen dem Kommunalen Diensten immer mehr Probleme. „Sie kommen in Ratingen leider verstärkt vor, in den letzten Jahren ist die Anzahl stark gestiegen – nicht nur in Grünbereichen, auf öffentlichen Wegen oder Plätzen, sondern vor allem an Depotcontainerstandplätzen.“ Die Entsorgung kostet viel Zeit und Geld, bindet Personal- und Fahrzeugressourcen.

Sind Hinweise auf einen möglichen Verursacher zu finden, wird daraufhin ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Hinweise finden sich allerdings nach Auskunft der städtischen Experten nur bei höchstens fünf bis zehn Prozent der Ablagerungen. Genaue Zahlen über entsorgte Abfallablagerungen liegen nicht vor. Ein Verfahren kann nur eingeleitet werden, wenn die Ablage auf öffentlicher Fläche stattgefunden hat oder wenn der mögliche Verursacher in Ratingen wohnhaft ist. Grundsätzlich ist die Höhe des Bußgeldes von der Menge und der Art des abgelagerten Abfalls abhängig. Nach derzeitigem Stand – der neue Bußgeldkatalog muss noch verabschiedet werden – liegen die Beträge zwischen 25 Euro (dann noch Verwarngeld) und 2500 Euro Bußgeld, wenn z.B. sehr große Mengen oder Schadstoffe abgekippt wurden.