Ratingen: Im Rahmen des Kunstunterrichtes beschäftigen sich Schüler der Johann-Peter-Melchior-Grundschule mit Lintorf.

Schule : Heimatkunde auf der Leinwand

Im Rahmen des Kunstunterrichtes beschäftigen sich Schüler der Johann-Peter-Melchior-Grundschule mit Lintorf.

Stolz präsentierte die neunjährige Malou ihr Bild. Es zeigt die Skyline von Lintorf als Scherenschnitt sowie Sprüche über den Ratinger Stadtteil wie „Über Lintorf lacht die Sonne“ oder „I love Lintorf“.  Drumherum zieren viele Farbkleckse in allen möglichen Rosatönen und ganz viel Glitzer das Kunstwerk.

Die Grundschülerin und ihre Klassenkameraden nehmen gerade im Unterricht unter anderem das Thema „Lintorf“ durch. Sie hatten auch schon mehrere Dorfrundgänge für die eigene Klasse aber auch für Schulkameraden durch ihren Wohnort durchgeführt, bei dem sie in historische Gewänder gekleidet, einige geschichtsträchtige Gebäude aus Lintorf vorstellten. Auf der Suche nach einem neuen Thema für den Kunstunterricht hatte Lehrerin Heike Seger, in Anlehnung an ein Bild mit der Skyline und Sprüchen von Köln, die Idee, das Thema „Heimatkunde“ auch künstlerisch aufzugreifen.

Sie besorgte Leinwände, Acrylfarbe und, was besonders die Mädchen freute, Glitzerpulver. Inspirationen für die Lintorf-Sprüche holten sich die Schüler bei einem Besuch bei Victor’s Fashion auf der Speestraße, die Brettchen mit entsprechenden Slogans verkaufen. Oder sie nutzten, wie der neunjährige Rishik Wortspielereien (Lintorf rückwärts geschrieben) oder allgemeine Werbesprüche, die sie auf Lintorf umdichteten.

Wieder in der Schule haben sie die Gebäude aus dem Begleitheft zum Dorfrundgang abgepaust, auf schwarzes Tonpapier übertragen und ausgeschnitten, welche genau, durften sie selber entscheiden. Es sollte nur mindestens eine der beiden Kirchen als markantes Gebäude dabei sein. Viele von ihnen nutzten die Gebäude von ihren Rollen beim Dorfrundgang. So wurden der Bürgershof, die Bäckerei Steingen oder der Beeker Hof auf den Kunstwerken verewigt.

Wie schon der historische Dorfrundgang wurde auch das Kunstprojekt vom Lintorfer Heimatverein (VLH) begleitet. „Wir möchten schon bei den jungen Leuten eine tiefere Verbundenheit und Identifizierung mit ihrem Heimatort fördern“, erklärte Walburga Fleermann-Dörrenberg, stellvertretene Vorsitzende des VLH, die Zusammenarbeit mit der Grundschule.

Diese etwas andere Art von Bildgestaltung machte den Kindern viel Spaß, sie konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihren Stadtteil in einem kleinen Kunstwerk verewigen. Alessio „spielte“ beim Dorfrundgang den Bürgermeister und hatte passender Weise neben den beiden Kirchen das Rathaus für sein Bild gewählt. Auch das Wappen von Lintorf hatte er aufgemalt. Die Sprüche „Lintorf meine Heimat“, „Die Sonne scheint für Lintorf“ und „Lintorfer dürfen das“ zieren sein Kunstwerk.  Ihm gefiel es, die Skyline von Lintorf auf die Leinwand zu bringen. „Lintorf ist ja unsere Heimat“, erklärte der Zehnjährige. Aber auch künstlerische Aspekte kamen nicht zu kurz. „Mit einer Leinwand zu arbeiten, war viel schöner als auf einem Zeichenblockblatt zu malen. Mir hat es Spaß gemacht, verschiedene Maltechniken auszuprobieren und zu gucken, was beim Mischen der Farben passiert“, meinte Malou.

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