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Ratingen: Homberger ärgern sich über Bauruinen

Bürgermonitor : Homberger ärgert sich über Bauruinen

An der Kirchfeldstraße gibt es drei Grundstücke, auf denen die Bauarbeiten seit geraumer Zeit stocken. Die Stadt hat nach eigenen Angaben keine Handhabe.

In der Kirchfeldstraße in Homberg reihen sich schmucke Häuser mit liebevoll gepflegten Gärten aneinander. Allerdings stören drei Langzeitbaustellen die Idylle. Bei einem Gebäude zieht sich der Abriss seit Monaten hin. Ein weiteres wartet seit Jahren auf seine Vollendung. Vor der unberührten Baustelle ragen inzwischen Sträucher und Gestrüpp in den Gehweg. Eine Nachbarin meint sogar Ratten gesehen zu haben.

Dieter Blees ärgert sich aber besonders über einen Baukran, der seit Jahren im Vorgarten seiner Nachbarschaft steht. „Je nach Windrichtung schwenkt der Ausleger über die Straße und die benachbarten Häuser“, beklagt der Homberger. Er fürchtet Gefahr bei starken Winden. Vom dem Ausleger fallen je nach Witterung Tropfen oder Eiszapfen herab. „Das kann zu Unfällen führen.“ Dieses Verhalten der jeweiligen Bauherren den Nachbarn gegenüber hält Blees für inakzeptabel. „Wenn Gründe vorliegen, aus denen man Mitleid haben müsste, dann würde man ja stillhalten. Aber es gibt keine erkennbaren Ursachen für die Verschandelung der Gegend.“ In seinen Augen stören die  Dauerbaustellen die Optik der gesamten Straße.

Seine Idee: Um die Belange der Anwohner entsprechend zu berücksichtigen, könnte die Stadt eine Baugenehmigung befristet erteilen.

Die Stadt Ratingen macht dem Homberger allerdings wenig Hoffnung: „Im Stadtgebiet gibt es mehrere Beispiele von privaten Baumaßnahmen, die nur sehr schleppend laufen. Die Bauordnung hat jedoch rechtlich keine Möglichkeit, hier einzuschreiten oder zu beschleunigen“, so die Verwaltung in einer Stellungnahme.

„Die Dauer einer Baustelle ist bauordnungsrechtlich nicht geregelt“, heißt es weiter. „Ein technisch zugelassener Baukran, der im Zusammenhang mit der Maßnahme aufgestellt wurde, kann auf privatem Grund längere Zeit stehen bleiben. Solange keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorliegt, ist eine lang andauernde Baustelle hinzunehmen. Baugenehmigungen können unter Umständen zwar entfallen, sie müssen aber regelmäßig neu erteilt werden, wenn sich rechtlich nichts geändert hat.“

Der Hinweis zu Gestrüpp, das den Gehweg überwuchert, wurde jedoch inzwischen dem Ordnungsamt übermittelt. „Der Außendienst geht solchen Hinweisen grundsätzlich nach und prüft vor Ort, ob der Eigentümer tätig werden muss“, so die Verwaltung.