Ratingen Homberg: Altenbrachtweg: Durchfahrt verboten von 15 bis 19 Uhr

Verkehr : Dauerstau: Stadt macht Bypass dicht

Altenbrachtweg: Durchfahrt verboten von 15 bis 19 Uhr. Ratingen kündigt Polizeikontrollen an.

(JoPr) Der Dauerstau auf der L422/Brachter Straße zwischen Mitte und Homberg regt genervte Autofahrer zur Suche nach Schleichwegen an. Dabei wird auch vor Wirtschaftswegen wie dem Altenbrachtweg nicht zurück geschreckt: Der ist nun aber zur Rush hour dicht. Die Stadtverwaltung hat mit einem einfach zu überwachenden Durchfahrtsverbot den Wirtschaftsweg zwischen 15 und 19 Uhr für jeglichen Schleichverkehr geschlossen. Nur Trecker können fahren. Eine  Interessengemeinschaft für mehr Verkehrssicherheit im und rund um den Stadtteil hatte im Frühjahr Unterschriften gesammelt und Bürgermeister Klaus Pesch übergeben: Dieser Weg werde von Autofahrern zunehmend zur Umfahrung des Staus auf der L422 missbraucht, wodurch es auf der für so viel Verkehr ungeeigneten Straße zu gefährlichen Situationen komme. Außerdem beklagten die Anwohner, dass die Einmündung in die Brachter Straße für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich sei. Beim Linksabbiegen komme es immer wieder zu Unfällen, und für Fußgänger und Radfahrer sei es kaum möglich, die Brachter Straße zu überqueren.

Bereits in der Bürgerversammlung am 15. Mai, in der die Stadt Ratingen und der Landesbetrieb Straßen NRW über den Ablauf der Straßenbaumaßnahmen an der L422 in diesem Sommer informiert haben, gab es eine Reihe von Wortmeldungen zum Altenbrachtweg. Dabei wurde vereinbart, die Kritikpunkte schriftlich zusammenzufassen.

Bürgermeister Pesch versprach, eingehend prüfen zu lassen, ob und wie sich die Probleme lösen lassen. Er versprach auch einen Ortstermin unter Beteiligung von Mitgliedern der Unfallkommission. Der Bürgermeister wies in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass bauliche Maßnahmen an der L422 zur Verbesserung der Einmündungssituation Altenbrachtweg vom Landesbetrieb Straßen NRW durchgeführt werden müssen.

Die einfache Regelung für den Altenbrachtweg sieht im Detail so aus: Für alle Kraftfahrzeuge, die vom Golfplatz in Richtung Homberg unterwegs sind, gilt ab Einmündung Thomashofweg generell ein striktes Durchfahrtverbot zwischen 15 und 19 Uhr. Ausgenommen sind nur Traktoren, ansonsten gilt das Verbot auch für Anlieger. „Ein so striktes Verbot hat den großen Vorteil, dass es von der Polizei leicht kontrolliert werden kann“, sagt Baudezernent Jochen Kral. „Denn wenn der Verkehr für Anlieger freigegeben ist, kann der Missbrauch meist nicht nachgewiesen werden. Da jetzt mit Beginn des Schuljahres die Gefahr von Staus wieder steigt, soll die Einhaltung der neuen Regel auch kontrolliert werden.“

Nach dem Protest der Bürger veranlasste die Verwaltung Zählungen, die die Beobachtung der Anlieger bestätigten: „Wenn auf der Brachter Straße der Verkehr stockt, steigt die Zahl der Fahrzeuge auf dem Altenbrachtweg in Richtung Homberg sprunghaft an.“ Es sei offenkundig, dass sie versuchen, den Stau zu umfahren. Mit einer Breite von stellenweise nur drei Metern sei der Altenbrachtweg für ein solches Verkehrsaufkommen aber nicht geeignet.

 Bei diesem Ortstermin wurde auch angeregt, die Einmündung des Altenbrachtwegs in die Brachter Straße zu entschärfen. Das ist ebenfalls geschehen: Dort wird der Verkehr vom Altenbrachtweg nun durch ein Stoppschild ausgebremst. So soll das Abbiegen in die L422 sicherer werden, denn die Sicht sei stellenweise durch die Leitplanke eingeschränkt.

 Andere Verbesserungen der Verkehrssituation seien allerdings weitaus aufwendiger, und sie müssten durch den Landesbetrieb Straßen NRW als Straßenbaulastträger umgesetzt werden, teilte die Stadt weiter mit. Hier gehe es insbesondere um eine Linksabbiegespur auf der Brachter Straße, um eine Querungshilfe und um die Erreichbarkeit der Haltestelle „Karpenhaus“.

Im Rahmen eines Abstimmungsgesprächs mit dem Landesbetrieb seien die Punkte bereits angesprochen worden. Die Stadtverwaltung bereite zurzeit entsprechende Anträge vor. Dabei müsse die Notwendigkeit der Maßnahmen durch eine Reihe von Kriterien wie Unfalldaten, Anzahl an Querungen von Fußgängern und Radfahrern und Verkehrsbelastung begründet werden.

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