Ratingen-Hösel: Senior wird von Müllfahrzeug überrollt

Unfall in Ratingen : Senior wird von Müllwagen überrollt und stirbt

Ein 85 Jahre alter Mann ist in Ratingen auf einem Parkplatz von einem Müllwagen überrollt worden und gestorben. Es ist der zweite tödliche Unfall zwischen einem Lkw und einem Fußgänger in diesem Bereich.

Auf dem Parkplatz vor dem Hösel-Center ist am Freitagvormittag ein 85 Jahre alter Fußgänger unter einen Müllwagen geraten und tödlich verletzt worden. Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Es handelte sich um ein Fahrzeug eines privaten Entsorgers. Heiligenhauser Straße und Bahnhofstraße mussten während des Einsatzes gesperrt werden. Das Unglück  weckt Erinnerungen an einen tödlichen Rangier-Unfall nur ein paar Meter weiter am Kreisverkehr im Jahre 2016.

Nach ersten Erkenntnissen war der Senior um 10.13 Uhr unterwegs zu seinem Fahrzeug, als er vom  Müllfahrzeug erfasst und überrollt wurde. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Weil zunächst von einer eingeklemmten Person die Rede war, wurden neben der Berufsfeuerwehr, dem Rettungsdienst, Notarzt und einem Rettungshubschrauber auch weitere Kräfte aus Hösel, Eggerscheidt und Mitte alarmiert.

Nach ersten Angaben von Zeugen, so die Polizei, war der Senior als Fußgänger unmittelbar zuvor aus einer Hausunterführung getreten, um den Parkplatz im Regen schnellen Schrittes zu überqueren und seinen geparkten Pkw zu erreichen. Dabei wurde der Ratinger aber von der rechten Seite eines fahrenden Müllfahrzeugs erfasst, welches auf dem Hauptfahrweg des Parkplatzes in Richtung der Parkplatzausfahrt an der Heiligenhauser Straße unterwegs war. Der Fußgänger wurde zu Boden geworfen und von dem schweren Lkw überrollt, bevor dessen 40-jähriger Fahrer aus Kerpen noch rechtzeitig reagieren und den Müllwagen zum Stillstand bringen konnte.

Ein zufällig vor Ort anwesender Arzt, der dem Opfer sofort zur Hilfe eilte, konnte nur noch den Tod des 85-Jährigen feststellen. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich um den schwer geschockten Lkw-Fahrer, der wenig später, gemeinsam mit einer ebenfalls schwer geschockten Augenzeugin, in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Für die Rettungs- und Bergungsarbeiten sowie zur späteren Unfallaufnahme und Spurensicherung, sperrte die Polizei den Unfallort mit starkem Kräfteansatz für mehrere Minuten großräumig ab. Betroffen von dieser Sperrung war für etwa 30 Minuten auch die komplette Heiligenhauser Straße (B 227) unmittelbar vor dem Kreisverkehr Eggerscheidter und Bahnhofstraße.

Im Mai 2016 war ein ebenfalls 85 Jahre alter Mann unter einen 40-Tonner-Lastwagen geraten. Für den Fußgänger kam jede Hilfe zu spät. Der Lkw-Fahrer erlitt einen schweren Schock. Der Kreisel war stundenlang komplett gesperrt. Der Fahrer hatte rangiert, um Ladearbeiten durchführen zu können. Der Lastwagen stand beim Unfall entgegen der Fahrtrichtung im Kreisverkehr: Er sollte für Ladearbeiten rückwärts in die Einfahrt gefahren werden und erfasste den Fußgänger.

Dieser Unfall sorgte für Diskussionen zum Thema Sicherheit rund um den Kreisverkehr. „Die Überwege am Kreisverkehr Hösel müssen zügig gesichert werden“, forderten Stefan Heins, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, und Ratskollegin Mechthild Stock, vor einem Jahr. Schließlich sei die Situation in diesem Bereich so gefährlich, dass es hier immer wieder zu kritischen Situationen komme. Man verwies auf den Unfall ein Jahr zuvor. Die CDU-Fraktion möchte, dass die Stadtverwaltung hier unverzüglich die Überwege mit Zebrastreifen sichert. Geschehen ist am Kreisverkehr bislang nichts. Der Kreisel soll aber ohnehin erneuert werden.

Schwere und oft tödliche Unfälle mit Lastwagen rufen nach neuen Sicherheitsstandards. Die Stadt Langenfeld hat ihre Entsorgungsfahrzeuge beispielsweise mit einem neuartigen 360-Grad-Kamera- und Sensorensystem ausgerüstet. Ein Unfall eineinhalb Jahre zuvor hatte den Ausschlag gegeben: Eine Radlerin war unter ein abbiegendes Müllauto geraten: Glücklicherweise wurde nur das Vorderrad des Drahtesels überrollt. Die städtische Müllabfuhr in Langenfeld hat sechs der sieben großen Müllfahrzeuge mit einem hochmodernen Kamera- und Warnsystem ausgestattet. Es ist ein Pilotprojekt mit der Firma Bosch, das bundesweit Schule machen könnte. Etwa 20.000 Euro hat der Betriebshof für die Ausstattung der Fahrzeuge mit dem Bosch-System bezahlt. Ermöglicht wird der 360-Grad-Blick durch vier kleine Weitwinkel-Kameras, die an der oberen Kante des Fahrzeugs angebracht sind, je eine an jeder Seite.

Aus den Aufnahmen generiert ein Computer das Rundum-Bild. Eine Abstandsgrafik erscheint beim Einschalten des Rückwärtsgangs: Kästchen in Grün, Gelb und Rot auf dem Bildschirm markieren je einen Meter Raum hinter dem Fahrzeug. Gerade für den „Lader“ – den Mitarbeiter, der das Auto nach den Mülltonnen greifen lässt – bietet die Heckkamera zusätzliche Sicherheit.

Anmerkung der Redaktion: Normalerweise lassen wir Blaulicht-Meldungen nicht kommentieren. Dies hatten wir bei dieser Nachricht übersehen und nachträglich die Kommentierfunktion deaktiviert. Aus Transparenzgründen lassen wir die bisher veröffentlichten Kommentare in diesem Fall stehen.

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